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| JARLTECH CEO-BLOG | | | Geschäftsschädigung durch den Zoll? |  Ulrich Spranger 23.04.2013 | 1) Das Zollwesen und die IT-Branche sollten an sich schon Freunde sein, denn es gibt dort auf die meisten Waren ganz einfach keine Zölle. Ein Gerät mit einem Stromkabel kostet keinen Zoll. Bekommen wir aber 100 Geräte, dazu 60 Kabel für Deutschland und 60 für England, die wir dann wahlweise dazu legen, dann sagt der Zoll: das passt ja nicht zusammen, also muss für die Kabel Zoll gezahlt werden.
Ärgerlich, aber dennoch Kleckerbeträge.
So begab es sich, dass auch eine Zollprüfung für einen Zeitraum von mehreren Jahren uns hier in der Zentrale nicht nur wochenlang Arbeit bereitet hat, sondern auch mit einer winzigen Nachzahlung endete - wie zu erwarten war.
Es ist ja nicht so, dass man beim Zoll einfach angeben kann, was man will: Gelegentlich wird eine Zollbeschau angeordnet, und schon damit sind Stichproben sichergestellt. Positiv fiel hier nur auf, dass der Prüfer sehr freundlich war und wir nebenbei noch einiges gelernt haben.
2) Jetzt kommt es doller: Auch der Zoll macht mal einen Fehler und tarifiert etwas falsch ein. In unserem Falle Touchscreen-Monitore als Fernseher. Schaden für uns: 70.000 Euro. Ein glasklarer Fehler, kann passieren, und ein Rückerstattungsantrag sollte problemlos durchlaufen. Das tat er auch, es hat aber knapp über ein Jahr gedauert - und es hieß nur von allen Seiten: Da habt Ihr ja noch Glück gehabt. Und bei telefonischen Nachfragen beim Zoll: Bitte rufen Sie nicht mehr an. Schriftliche Nachfragen? Keine Antwort. Und das, wo der deutsche Staat doch angeblich so gut organisiert ist.
3) Was uns dann wirklich geärgert hat, war eine Lieferung Kassenschubladen über den Hamburger Hafen in der letzten Woche. Für den Container wurde eine Beschau angeordnet. So was dauert maximal eine Stunde und ich habe auch schon mal dabei zugesehen: Der Container wurde geöffnet, die Beamten haben kurz von hinten reingeschaut, Container zu - 30 Sekunden.
Geschäftsschädigend wurde es nur dadurch, dass für diesen kurzen staatlichen Akt, dessen Sinn ich ja gar nicht anzweifeln möchte, dann plötzlich zehn Tage Vorlauf benötigt wurden. "Wir haben zu viel zu tun." Gut, aber die Wirtschaft muss doch laufen? Können so was nicht mal Nachtschichten oder Zeitarbeiter machen? Alternativ eben eine 24h-Frist, und wenn der Zoll in der Zeit den Container nicht anschauen kann, ist er eben freizulassen? Wie sollen wir Kunden das erklären, dass die Ware einfach nur rumsteht?
Meine Güte, lieber Zoll - get your act together - und versuche doch bitte, die Wirtschaft so wenig zu behindern, wie es eben geht. Der Zoll sollte sich als Dienstleister der Wirtschaft verstehen, sie vor Dumpingpreisen, Schwarzarbeit, krimineller Ware und Plagiaten schützen - und dies in einer angemessenen Geschwindigkeit. Es ist doch nicht schön, wenn alle immer auf einen schimpfen!
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| Unsere erste Hausdurchsuchung |  Ulrich Spranger 17.04.2013 | Der Tag fängt schon mal ausgesprochen gut an, wenn nicht nur die Sonne scheint, sondern auch gleich morgens früh eine fünfköpfige Einheit der Kriminalpolizei mit einem Durchsuchungsbeschluss in der Firma auf einen wartet. Daneben unsere leicht erschrockene Büroleiterin.
Es war klar, dass die Sache nicht uns gelten konnte, denn wegen gutem Service ist ja noch keiner verhaftet worden (haha) und das Mädchen auf unserem Katalog ist weder nackt noch minderjährig.
Was jedoch erschreckend ist, ist das Ausmaß der Straftat, wegen der nicht nur bei uns, sondern auch bei fünf weiteren Firmen ermittelt wird. Da hat doch tatsächlich ein langjähriger Mitarbeiter eines Lieferanten - über drei bis vier Jahre hinweg - Ware im Wert von etwa einer Million Euro an seinem Arbeitgeber vorbei verkauft. Und zwar an Distributoren, die dachten, sie kaufen die Ware direkt.
Diese Informationen stammen übrigens nicht aus dem Verfahren, sondern von der betrogenen Firma, die uns bereits vor Monaten in Kenntnis gesetzt hatte.
Wir zum Beispiel haben direkt beim Hersteller per E-Mail bestellt, die Ware kam dann oftmals aber von einer Firma, die dem Betrüger gehörte. Die Begründung lautete, dass es noch einen Rechtsstreit gäbe mit einem ehemaligen "Exklusivdistributor" des Herstellers, daher müsse dieser Umweg gewählt werden. Bezahlt wurde demnach auch an diese Firma.
Dumm ist nur, dass wir dann irgendwann mal Retourware hatten, und diese ging natürlich direkt an den Hersteller zurück. Dort wunderte man sich über Geräte mit "zweifelhaften" Seriennummern und begann dann zu ermitteln.
Der Hersteller gehört übrigens einem Investor, und an dessen Stelle hätte ich zuerst mal den Geschäftsführer entlassen. Betrügen ist zwar böse, sich betrügen zu lassen aber auch nicht allzu clever - insbesondere über eine so lange Zeit, mit einem so hohen Betrag.
Aber gut, wir konnten genügend Unterlagen beisteuern, die von der Kripo nun sichergestellt wurden (übrigens sehr freundlich und konstruktiv) - es kann allerdings natürlich sein, dass die ganze Mühe umsonst ist, denn der beschuldigte Mann ist ... verschwunden.
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| Ungeduld ist gut! |  Ulrich Spranger 18.02.2013 | Ständig predige ich, dass Schnelligkeit ein ganz elementarer Teil der Jarltech-DNA ist. Einerseits bin ich selbst oft davon beeindruckt, wie schnell hier Dinge entschieden werden und dann auch passieren, andererseits gibt es dennoch gelegentlich Beschwerden über unsere Response-Zeiten.
Weil es so schön menschlich ist, suchen wir den Fehler zuerst einmal bei anderen - und, Tatsache: oft beantworten wir Kundenanfragen zu spät, weil wir noch auf Auskünfte von Lieferanten warten. Das betrifft nicht nur den Warenverkehr, oft kommen auch Antworten von Baufirmen oder Dienstleistern zu spät, oder sogar gar nicht. Das ist überhaupt das beste Hobby. Im Sinne von "Unrat vorbeischwimmen lassen" beantwortet man eine Frage eben einfach gar nicht. Ich bin mir sicher, in 30% der Fälle merkt das keiner.
Wenn man weiter schaut, bemerkt man, dass man eine Menge Zeit verliert, weil man Leuten hinterher telefoniert. Schlimm auch, wenn man eigene Mitarbeiter oder Partner an etwas erinnern muss, was diese längst hätten erledigen sollen. Und Ungeduld ist besonders auch gegenüber Lieferanten gerechtfertigt, die zwar sechs Wochen und fünf Erinnerungen brauchen, um eine WKZ-Abrechnung zu machen, aber beim ersten Tag Zahlungszielüberschreitung sofort anrufen.
Das ungleiche Maß kennt kein Ende: Unser organisatorisch mit Abstand langsamster Lieferant hat mal wieder an einem Freitag Nachmittag eine hochkomplexe Promo-Aktion veröffentlicht, die sogar rückwirkend (!!) umgesetzt werden soll - und schon am nächsten Werktag nervös angerufen, wo denn unsere Millionenorder für diese Promo bleibt. Unglaublich.
Um unseren Service zu verbessern, unsere Nerven zu schonen und vor allem Zeit zu sparen, haben wir beschlossen, Antworten schneller und aggressiver einzufordern. Es ist die eine Sache, mit Leuten zu sprechen, die nichts entscheiden können - aber dann sollten sie wenigstens in der Lage sein, in ihren eigenen Firmen Entscheidungen in vertretbarer Zeit einzuholen. Der Typ Mitarbeiter "Wir sind ein Großkonzern und der Vorstand tagt nur alle sechs Wochen und ich traue mich auch nicht, nachzufragen" ist dann eben nicht mehr der richtige Ansprechpartner für uns. Wenn ein Kunde von uns mit seinem Kundenbetreuer nicht zufrieden ist, freuen wir uns doch auch, wenn er uns das sagt, und nicht still und leise zur Konkurrenz wechselt.
Was mich persönlich betrifft, können die Leser aus diesem Eintrag zwei Dinge ableiten:
- Bitte versuchen Sie nicht, mich "einzulullen".
- Und umgekehrt: Ich antworte immer sofort, oder gar nicht. Im Falle "gar nicht" bedeutet das, dass ich einfach keine Lust habe, also müssen Sie schon aggressiver nachfragen :) Es ist hiermit gerne gestattet, gleiches Recht für alle ...
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| Nettes Kompliment |  Ulrich Spranger 22.01.2013 | Heute freue ich mich über eine E-Mail eines Kunden aus Holland. Schön, wenn bei mir nicht nur immer dann Fälle aufschlagen, wenn etwas nicht perfekt gelaufen ist :) Hier die Mail:
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Hello Ulrich,
We don't know each other yet - but I came across your company via a particular route:
- 16-jan-13, Epson meets a Dutch POS-specialist in New York and recommends Sweebr to him;
- 18-jan-13, 13:59 Epson calls us, explains about a new Epson printer product, well suited for web applications;
- 18-jan-13, 12:42 I order a sample of the product and set a date to meet Epson at 23-jan-13, 15:00
- 18-jan-13, 14:43 your company is introduced (Chris Bruls), CoC# etc. mailed
- 18-jan-13, 15:50 email received "welcome to Jarltech?"
- 18-jan-13, 16:34 email received "Order confirmation"
- 18-jan-13, 18:28 email received "Your products are shipped"
- 18-jan-13, 18:28 email received "Your invoice"
(inserted by myself:
- 21-jan-13, 13:35 products delivered by DPD)
In less than 4.5 hours lead time, from introduction to shipped products. Must say congratulations!.
Kind regards,
Bart Jaspers
Chief Happy Customer Officer
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Natürlich muss ich erwähnen, dass hier noch etwas mehr dazu gehört als die oben genannten Elemente. Zum Beispiel wurde noch der interne Kreditantrag für den Kunden bearbeitet.
Geschwindigkeit ist ja ein Teil der Jarltech-DNA, und unser niederländischer Vertrieb hat hier ganze Arbeit geleistet, unsere Logistik ebenfalls. Man darf aber nicht vergessen, dass unsere IT hier ebenfalls eine erhebliche Rolle spielt:
Unsere ERP-Software ist ja ein komplettes Eigenprodukt, an dem jeden Tag fünf Programmierer arbeiten. An jedem Tag gibt es auch jetzt noch im Schnitt zwei Verbesserungsvorschläge aus dem weltweiten Team. Während unser Lieblings-Wettbewerber damit beschäftigt ist, eine Multi-Millionen-Dollar-Klage gegen sein ERP-Softwarehaus voranzutreiben, freuen wir uns jeden Tag über unsere Software. Das soll kein Plädoyer gegen Standard-Software sein - nur wir sind es eben seit 20 Jahren gewohnt, ein eigenes Produkt einzusetzen. Das ist ganz sicher teurer als eine Standard-Lösung, aber eben bei Jarltech nicht wegzudenken.
Danke nochmal an Bart, you made my day :)
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| Zahlen 2012 |  Ulrich Spranger 05.01.2013 | So, hier nun die erste erfreuliche Wasserstandsmeldung zu unseren Ergebnissen 2012. Der konsolidierte Gruppenumsatz bewegt sich zwischen 105 und 110 Millionen Euro (bzw. 137 und 143 Millionen US-Dollar), was einer Steigerung von mindestens 30% entspricht.
Neu erfasst sind dabei die Umsätze der Jarltech France SAS sowie teiljährig die der neuen Gesellschaft in China.
Genaue Daten folgen mit der Veröffentlichung der Gruppenbilanz voraussichtlich Anfang April.
Ich wünsche Ihnen allen ein erfolgreiches Jahr 2013!
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| Teamleistung Kochbuch |  Ulrich Spranger 06.12.2012 | Ein Jarltech Kochbuch mit 36 Gerichten aus allen unseren Vertriebsgebieten ... gekocht und fotografiert von Jarltech Mitarbeitern, und festgehalten jeweils in der Landessprache und auf englisch. Das war die Idee, die wir im Juni hatten, und eine Herkulesaufgabe für unsere Marketingabteilung.
Ich bin stolz auf meine Mannschaft, dass wir dieses kleine aber sehr individuelle Geschenk für unsere Kunden pünktlich zum ersten Dezember auf dem Tisch hatten. Nach leichten Startschwierigkeiten ("Ich kann nicht kochen" - "Mir fällt nichts ein" - "Keine Zeit") hätte es am Ende dann tatsächlich doppelt so dick ausfallen können.
Danke auch an dieser Stelle für die finanzielle Unterstützung an Datalogic, Honeywell, Epson, Citizen, HP und Panasonic. Vielleicht lassen wir kommendes Jahr unsere Lieferanten kochen für die nächste Ausgabe :)
Wenn Sie Ihr Exemplar noch nicht erhalten haben, rufen Sie einfach Ihren Ansprechpartner in unserem Vertrieb an.
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| Träumereien bei der Unternehmensbewertung |  Ulrich Spranger 11.10.2012 | Unsere gesamte Branche ist in Bewegung:
Während wir dieses Jahr schon zwei Unternehmen gekauft haben, scheinen sich andere Wettbewerber gegenteilig zu entwickeln. Allein zwei "Multi-Nationals" zerfallen vermutlich bald wieder in ihre Einzelteile. Ein anderer hingegen, unser "Lieblings-Konkurrent", meldet sinkende Umsätze im letzten Quartalsbericht. Aus unserer Sicht: kein Wunder.
Im Moment habe ich fünf mehr oder weniger konkrete Angebote von Übernahmekandidaten auf dem Tisch. Teilweise sind die Firmen zu klein für den Markt geworden, haben Probleme mit Banken, oder passen bei den Herstellern nicht mehr so richtig in die Channel-Strategie.
Das wäre eine schöne Gelegenheit, unser Wachstum noch weiter zu steigern, wäre da nicht die leidige Frage der Unternehmensbewertung der potenziellen Kaufkandidaten.
Ich weiß dabei oft nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Hier eine Auswahl der irrigsten Annahmen der Firmeninhaber ... ich versichere, all diese Sätze schon in jeweils mindestens fünf Sprachen gehört zu haben:
- "Meine Firma macht 15% Marge in der Distribution, und das wird immer so bleiben. Nein, es gibt keinen Trend zu sinkenden Margen, das ist in meinem Land XXX ganz anders als sonst überall."
- "Es ist doch egal, was die Firma wert ist! Der Kaufpreis muss so hoch sein, dass ich bequem in Rente gehen kann."
- Die Steigerung: Gibt es mehrere Eigentümer, dann muss auch der Kaufpreis höher sein, denn es wollen ja alle bequem in Rente gehen.
- "Nein, Garantien für Außenstände oder den Lagerwert kann ich natürlich nicht geben, gehen Sie mal davon aus, dass das alles 100% werthaltig ist."
- "Eigentlich hätte die Firma viel mehr verdient, aber ich habe mir so ein hohes Gehalt gezahlt" (weil natürlich die Firma nach der Übernahme keine Geschäftsleitung mehr braucht)
- "Wir machen nur Verluste, weil wir Steuern sparen wollen."
Nicht mal mehr unsere amerikanischen Mitbewerber fallen auf so etwas herein :)
Dabei muss in den meisten Fällen nur mal ein Hersteller die Entscheidung treffen, den Vertrag mit dem Distributor zu kündigen, und schon ist der Unternehmenswert plötzlich bei null oder darunter.
Liebe Leute, wir leben im Jahr 2012, es gab eine Finanzkrise, Übernahmen müssen immer cash-positiv sein. Das geht, und kann auch gut für beide Seiten sein. Aber ohne eine etwas realistische Sicht auf die Dinge klappt es eben nicht. Schließlich kann man Eigenkapital nicht backen.
Wie auch immer, ich werde unermüdlich weiter verhandeln (ich werde ja immerhin dafür bezahlt), und hin und wieder auch eine kreative Lösung finden. Aber im Zweifel wachsen wir dann doch lieber organisch als mit viel Geld den Ruhestand anderer zu bezahlen.
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| Firma Rast und Ruh: Morgens geschlossen, mittags zu ;) |  Ulrich Spranger 01.10.2012 | Ich musste eben doch etwas schmunzeln als mich eine Massen-Mail eines Wettbewerbers erreicht hat. "Wegen Inventur kann für zwei Tage keine Ware verschickt werden." Wohlgemerkt, es ist ein Distributor. Kein Hersteller, der lange planen kann.
Und das Lager ist auch nicht am 31.12. geschlossen, sondern zwei Tage im Quartal vier, dem umsatzstärksten Quartal unserer Branche. Und dazu kommt noch, dass diese Firma ebenfalls davon lebt, unter anderem Geräte zu vertreiben, die genau diesen Inventurvorgang vereinfachen sollten. So gesehen ist das doch etwas peinlich.
In der Distribution ist eine schnelle Logistik die Nummer-Eins-Priorität. Deswegen gibt es die "permanente Inventur", oder man macht das mal an einem Wochenende. Aber was soll ich mich aufregen, natürlich wird unser Vertrieb sich an diesen Tagen auf die Kunden dieses Wettbewerbers stürzen...
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| Schreck und Überraschung am Morgen |  Ulrich Spranger 14.09.2012 | Wo wir doch ständig unsere kreative und flexible Logistik bewerben, hier mal ein Beispiel aus dem Alltag, das selbst mich heute Morgen "umgehauen" hat:
Wir fahren jede Nacht mit eigenen Kleinlastern zum DPD-Depot nach Linz in Österreich, um dort vor 24 Uhr die Pakete für die Alpenrepublik abzugeben. Nur durch diesen Kraftakt (1100 Kilometer jede Nacht) können wir gewährleisten, dass unsere Pakete in Österreich am nächsten Tag zugestellt werden.
Gestern Nacht wurde ein Fahrzeug von uns, schuldlos, in einen Auffahrunfall verwickelt. Zum Glück ist unser Fahrer bis auf Prellungen unversehrt geblieben. Der Unfall passierte kurz vor 23 Uhr, eine Stunde vom DPD-Hub entfernt. Statt sicherheitshalber ins Krankenhaus zu fahren, hat unser Fahrer den Wagen erst einmal eine Stunde lang zu DPD abschleppen lassen. Erst nachdem dort die Pakete pünktlich ausgeladen waren, hat er sich zum Check ins Krankenhaus bringen lassen. Und die Pakete sind heute pünktlich beim Kunden, Mission erfüllt. Unglaublich.
Natürlich ist es völlig richtig, dass solche "Heldentaten" eigentlich unverantwortlich sind und die Gesundheit über allem steht. Hätte man etwa eine schlimmere Verletzung festgestellt, könnten wir uns heute sicher nicht darüber freuen. Dennoch hat mich der Einsatz begeistert, mit dem mitten in der Nacht solche Dinge koordiniert und entschieden werden. Sonderlob!
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| Jarltech Bierfest in Shenzhen-Shekou |  Ulrich Spranger 06.08.2012 | Paulaner Bier wird schon lange auch in China gebraut. Bierkenner sagen aber, es schmecke anders als das Paulaner Bier in Deutschland. Da ich kein Bierkenner bin, muss ich mich darauf verlassen und auf importiertem Paulaner bestehen.
Denn noch an diesem Freitag, dem 10. August, steigt das erste Jarltech Bierfest in China. In Shenzhen-Shekou haben wir ein schönes Bierhaus gefunden, unterstützt von Paulaner und von einem deutschen Wirt betrieben.
Zu diesem Fest haben wir in bayrischem Design 120 Kunden eingeladen - und 120 Zusagen erhalten. Wohlgemerkt: Die Kunden kommen nicht gerade eben aus der Nähe, sondern alle unsere zehn Büros in China haben ihre wichtigsten Abnehmer eingeladen. Mit dabei sind 60 Top-Kunden, mit denen wir danach das Wochenende auf Hainan Island verbringen. Für diese Kunden bedeutet das Bierfest noch mehr Reisestress als sie sowieso schon haben.
Wenn wir uns Gedanken über Events im Ausland machen, versuchen wir immer, dies so lokal zu tun wie es eben geht, als wären wir eine einheimische Firma im jeweiligen Land. Auch in China hatten wir diesen Ansatz ganz zu Beginn, hätten dabei aber fast eine wesentliche Stärke verspielt. Denn die deutschen beziehungsweise europäischen Wurzeln kommen dort gut an.
Das Bierfest ist auch die Release-Party für unseren ersten chinesischen Katalog. Kurzerhand haben wir unser asiatisches Katalog-Girl wieder vom Cover genommen und dem blonden Model aus Europa den Vorzug gegeben. Die einhellige Meinung unserer chinesischen Marketing-Mitarbeiter war: Gut so! Jetzt müssen wir unseren Kunden in China nur noch beibringen, Bier zu trinken :)
Und vielleicht sollte ich für Freitag dann doch noch die Lederhose raussuchen ...
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| Quartalsende-Panik |  Ulrich Spranger 28.06.2012 | Meine zehn liebsten Herstellersprüche am Quartalsende:
1) Wir üben normalerweise ja schon seit Jahren keinen Lagerdruck auf die Distribution am Quartalsende aus. Dieses Mal ist es eine ganz besondere Situation.
2) Herr Spranger, natürlich erhält dieses Angebot kein anderer Distributor!
3) Sie können ganz klar davon ausgehen, dass wir den zusätzlichen Umsatz jetzt von Ihrem nächsten Quartalsziel abziehen
4) Aber wenn Sie doch jetzt die 100 Paletten Ware nehmen, dann haben wir nichts mehr und Sie können als einziger liefern!
5) Von einem Distributor erwarten wir ganz einfach, dass er auch mal Ware für sieben oder acht Monate auf Lager legt.
6) Wir werden Sie doch nicht mit überschüssiger Ware alleine lassen!
7) Sie müssen diese drei LKW-Ladungen jetzt abnehmen, weil wir wollen ja im nächsten Quartal ganz viele unserer kleinen Direktpartner über Sie abwickeln.
8) Dieser Großauftrag ist ganz wichtig für Ihre Reputation in unserem Headquarter in den USA/Japan/...
9) Wenn Sie noch eine weitere Halle anmieten müssen, na klar übernehmen wir die Lagerkosten.
10) Wir hatten in diesem Quartal eine Umstrukturierung und deshalb dürfen wir besonders in diesem Quartal nicht daneben liegen.
Und ja, unsere Hallen platzen aus den Nähten, und ja, wir freuen uns ja über die schönen Produkte, aber mal ganz ehrlich, wo ist denn mal ein Manager, der das Rückgrat hat, seinem Chef oder der Börse offen und ehrlich zu erklären, dass der Markt so ist wie er ist und jedes vorgezogene Quartalsgeschäft nur zu Preis- und Margenerosion führt. Und wo ist endlich mal der Aktionär, der sich anschaut, was für Ware noch kurz vor Schluss in den Channel gedrückt wurde - denn derart verfälschte Zahlen eignen sich zur Unternehmessteuerung und -bewertung eben einfach nicht.
Aber was rede ich, bei uns ist es dann am 31.12. wieder genauso unsinnig umgekehrt, weil wir so wenig Bestand wie möglich brauchen wegen Basel II. Auch diese Kennziffer hat keinerlei Aussagekraft für den Wert des Unternehmens, aber was soll ich gegen Windmühlen kämpfen :)
Genug gejammert, jetzt gilt es Platz schaffen, Montag kommen dann die Lieferungen vom 29.6. bei uns an. Und einige Hersteller, die zur Beantwortung einer einfachen Lieferzeitanfrage drei Wochen Zeit brauchen, können plötzlich sogar samstags Paletten verschicken :)
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| Love China! |  Ulrich Spranger 22.06.2012 | Seit zwei Stunden sitze ich im Auto, auf Hainan Island, auf der Strecke von Sanya nach Haikou. Wir hatten in Sanya ein erfolgreiches "Mobility Weekend" zusammen mit Honeywell und Elo, aber die Rückreise gestaltet sich schwierig.
Leider kam ein Taifun dazwischen, der schon das ganze Wochenende seine Vorboten geschickt hatte. Es hat am ganzen Wochenende nur einmal geregnet, es fing Freitagabend an und hörte Montagmittag auf.
Bernd, der mit der Hauptreisegruppe zurück nach Shenzhen geflogen ist, hat die Nacht am Flughafen verbracht und konnte auch mit ansehen, wie die Fluggäste sich solidarisiert und den Check-In-Mitarbeitern auf die Nase gehauen haben, bis diese sich für das schlechte Wetter entschuldigt haben. Danach wurde auch eine First-Class-Lounge gestürmt. Hilft aber nichts: Wenn kein Flugzeug wegen des Wetters ankommt, kann auch kein Flugzeug abfliegen.
Also ist die ganze Truppe schlaflos per Zug nach Haikou gefahren. Der Flughafen dort ist auch geschlossen, aber nicht ganz so sehr wie der in Sanya. Statt Sonntagnachmittag kamen unsere Mitarbeiter dann letztendlich Montagabend wieder zu Hause an.
Da ich nicht nach Shenzhen muss, sondern nach Shanghai, fahre ich erst jetzt durch die Waschküche. Alle paar Minuten kommen Anrufe, welcher Flug nun gestrichen ist und welcher nicht. In China gibt man ungern Misserfolge zu, und so sieht auf den offiziellen Airport-Webseiten alles so aus wie "business as usual". Sanya alleine hat 75 Flüge gestrichen, die aber laut Webseite alle pünktlich waren.
Anders ist nun eben die wirkliche Lage. Mein Fahrer fährt mich und meine Rotweinflasche stundenlang durch die Nacht, um mich vom geschlossenen Flughafen Sanya zum gerade wieder geöffneten Flughafen Haikou zu bringen. Dann kommt ein Anruf, dass mein Flug auch gestrichen ist, aber der Flug eine Stunde vorher noch fliegen soll. Ich bitte den Fahrer, mehr Gas zu geben, aber: abruptes Bremsen - und der Fahrer steigt aus. Ich dachte schon, ich hätte ihn zu sehr angetrieben und er schmeißt mich nervige Langnase jetzt im Taifun raus.
Aber: "Sorry, Sir, I can bring you to Haikou on time, but I have to cover the license plates" - und vorne und hinten werden einfach Schutzhüllen auf die Nummernschilder gezogen. Und schon kann man in China 200 km/h fahren. Klasse! Soll mal einer sagen, es gäbe keine kreativen Lösungen in China.
Soweit ich das bei dem Regen noch registrieren konnte, sind wir etwa acht Mal geblitzt worden, und wir fahren schon seit zwei Stunden mit Warnblinker. Allerdings hat Hainan nagelneue Autobahnen, so dass ich gemütlich den Laptop nutzen und dabei Wein trinken kann. Love China!
Die wichtigste Erkenntnis über das Unwetter kam von meinem Mentor Y.S. Chang, der vollkommen relaxed mit mir in einer Teehütte saß, als rundherum der Regen wie aus Gießkannen das Gelände überschwemmte: "Rain is good. Rain means money." Nun denn.
Fotos von unserem Sanya-Trip: www.facebook.com/jarltech
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| Logistik an Feiertagen |  Ulrich Spranger 05.06.2012 | Wir machen 40% unseres Geschäfts in Deutschland. An einem Feiertag sollen wir aber plötzlich Kunden in Frankreich oder England nicht mehr weiterhelfen? Warum soll ein Kunde in Belgien einen Tag länger auf sein Paket warten? In der Regel weiß der Kunde gar nicht, dass unser Lager in Deutschland ist.
Noch schlimmer ist ein Feiertag, der nicht einmal in ganz Deutschland begangen wird, so wie dieser Donnerstag. Hessen hat geschlossen, und so natürlich auch die Paketdienste in Hessen. Sollen wir dann einen Kunden in Hannover, der am Freitag Ware braucht, der Konkurrenz überlassen?
Damit ist jetzt Schluss.
Wenn wir einem Kunden in Luxemburg oder in Polen sagen: Jarltech liefert alles am selben Tag aus, dann müssen wir das auch machen. Ab sofort hat unser Lager an Feiertagen mit einer kleineren Mannschaft geöffnet und unsere Sprinter-Flotte (LKWs dürfen ja nicht fahren an Feiertagen!) liefert die Pakete einfach an Hubs der Paketdienste im Ausland. Nach Frankreich und Österreich fahren wir ohnehin schon täglich mit eigenen Fahrzeugen.
Unsere Technikabteilung hat an solchen Tagen schon immer eine Notbesetzung in den entsprechenden Sprachen der Länder, die nicht geschlossen haben, und unser Vertrieb ist ebenfalls in den geöffneten Gebieten im Einsatz.
Das alles kostet jede Menge Geld, und es ist an der Zeit, die Feiertage zu vereinheitlichen. Warum gibt es nicht ein paar generelle Feiertage in Europa, auf die sich (fast) alle einigen können, wie zum Beispiel Weihnachten? Wenn dann die sechs anderen Feiertage abgeschafft würden und per Gesetz bekäme dafür jeder Angestellte sechs Urlaubstage mehr aufgeschlagen ... schon hätten wir ein besseres Ergebnis und mit Sicherheit eine Steigerung der Wirtschaftsleistung.
Peinlich könnte es eventuell für die Kirche werden, wenn kaum jemand an Fronleichnam oder am Ostermontag einen freien Tag nehmen möchte, aber die Kirche wird das sicherlich überleben. Im Zuge der Globalisierung fällt es zunehmend schwer, sich ständig mit nationalen Sonderregelungen herumschlagen zu müssen.
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| Jarltech wächst in Frankreich |  Ulrich Spranger 10.05.2012 | Der französische Auto-ID-Distributor Accuscan hat sich der SMB Gruppe angeschlossen und ändert im Zuge dessen seinen Namen in Jarltech France. Die SMB Gruppe ist die Muttergesellschaft von Jarltech Europe, Jarltech UK, Jarltech Southwest, Jarltech Austria und Jarltech China.
Die Transaktion wird noch im Mai 2012 abgeschlossen. Accuscan verfolgt in Frankreich derzeit ein klar definiertes Channel-orientiertes Distributionsmodell für Auto-ID-Händler. Das Unternehmen hat seinen Sitz in der Nähe von Paris und beschäftigt sechs Mitarbeiter. Der geplante Umsatz für 2012 beträgt 7,5 Millionen Euro.
Die Jarltech Europe ist bereits erfolgreich in Frankreich tätig und wird einen Teil ihres aktuellen Geschäftsvolumens an Accuscan abgeben, was die Zahlen für Accuscan 2012 im Vergleich zu den geplanten Zahlen mehr als verdoppeln wird.
"Mit Jarltech wird das Geschäft, das wir während der letzten Jahre aufgebaut haben, weiter wachsen und wird unseren geschätzten Kunden viele weitere Services bieten. Mit der Größe kommen auch verbesserte Produktverfügbarkeit und schnellerer Service", sagt Jean-Luc Crozet, Geschäftsführer von Accuscan, während Ulrich Spranger, Geschäftsführer von Jarltech Europe, konstatiert: "Ich bin sehr beeindruckt vom Accuscan Team und ich bin auch sehr froh darüber, noch mehr Auto-ID-Experten in der Jarltech Familie begrüßen zu dürfen."
Zwischen beiden Parteien wurde vereinbart, die Details der Transaktion nicht zu veröffentlichen.
Die SMB Gruppe besteht aus verschiedenen Distributionsunternehmen für Auto-ID- und Kassenhardware an 25 verschiedenen Standorten in Europa, im Mittleren Osten und in China. Sie beschäftigt 175 Mitarbeiter und plant 2012 einen Jahresumsatz von 155 Millionen USD, nachdem sie 2011 106 Millionen USD erreicht hat. Die wichtigsten angebotenen Marken sind Zebra, Epson, Honeywell, Datalogic, Elo TouchSystems, Citizen, Getac, HP PoS, NCR und Panasonic.
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| Warum Asien? |  Ulrich Spranger 27.04.2012 | In den letzten Tagen wurde ich ständig gefragt: Warum expandiert Jarltech nach China, Hong Kong und Taiwan? Nach Europa und dem Mittleren Osten, wäre da nicht Amerika an der Reihe? Was ist mit den USA, wo die ganze liebe Konkurrenz ihren Hauptsitz hat?
Ganz einfach: Wir trauen uns nicht. Eine Expansion in China ist für uns einfacher zu beherrschen als in den USA. In China und Taiwan haben wir schon Mitarbeiter, wir haben dort schon über 20 Jahre lang erfolgreich Geschäfte gemacht, wir haben ein Netzwerk.
Und als Distributor brauchen wir die Unterstützung unserer Hersteller. Und die Hersteller in den USA machen mir teilweise Angst. Manche amerikanischen Konkurrenten machen in Europa eine Zentrale auf, ohne Geschäft. Dann werden bei namhaften Konzernen Vertriebsrechte eingefordert: "Wir sind doch die Nr. 1/2/3 in den USA, gebt uns einen Distributionsvertrag in Europa, oder wir überlegen uns das in den USA nochmal anders" - und einige Hersteller sind doch wirklich darauf eingegangen. Wir bekamen damals Anrufe wie: "Sorry, die ganze Europa-Zentrale hat versucht, das zu verhindern, aber unsere amerikanischen Kollegen sind offenbar erpressbar." Und genau in so einen Markt will ich nicht, zumindest jetzt noch nicht. Wir würden niemals einen Hersteller unter Druck setzen, um in Nordamerika Vertriebsrechte zu bekommen. Und wir hätten auch keinen Erfolg, denn der Markt in den USA ist nun mal größer als in Europa.
Also gehen wir lieber in den Mittleren Osten und nach China, um unseren Herstellern mehr Präsenz zu bieten. Dort fehlt noch der Zugang zur Fläche. US-Distributoren mögen diese Regionen nicht, und die Kunden in diesen Regionen mögen amerikanische Distributoren oft nicht. Wir müssen erst Größe über diesen Umweg gewinnen. Erst dann können wir in die USA, wo es weniger um Konzepte, sondern mehr um Umsätze für die Quartalsmeldung an die Börse geht. Unfassbar, dass Kollegen von amerikanischen Distributoren mir gegenüber offen sagen, dass "Value Add" nur "Bullshit" ist - Hauptsache der Einkauf am Quartalsende stimmt. Den Nutzen für den Kunden gibt es nur als PowerPoint-Traumansicht.
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| Verhandeln in China |  Ulrich Spranger 24.04.2012 | Die Pressemitteilung haben Sie sicher schon gelesen: Wir haben "Barcode World" übernommen,
einen AIDC-Distributor in China mit zehn Standorten, 42 Mitarbeitern und den Schwerpunkten Honeywell und TSC.
Ich kann Ihnen sagen, das war keine leichte Entscheidung. Und auch keine leichten Verhandlungen. Barcode World ist eine tolle Firma, aber wie immer in China, eben nicht nur ein reiner Distributor. Dieselben Leute stellen auch selbst Scanner unter eigenem Markennamen her. Für eine Firma wie zum Beispiel Honeywell ist es sicher nicht einfach, einen Hersteller von Konkurrenzprodukten als Distributor zu betreuen. Dazu gehört ja auch das gemeinsame Arbeiten an Projekten. Somit ein Weinzwang für alle: Die Ex-Eigentümer konzentrieren sich auf Ihre Produktion, die Hersteller bekommen einen reinen Distributor als Kunden und Jarltech ist mit einem Schlag quer durch China vertreten.
Die ganze Vorgeschichte hat sich über Jahre gezogen. Ich kenne die Firma schon seit Ewigkeiten, und immer wieder haben wir über eine Übernahme gesprochen. Dann erst, vor etwa vier Wochen, wurden die Gespräche "heiß" und seitdem wurde rund um die Uhr per E-Mail und bei etlichen Treffen geredet. Chinesen sind tolle Kaufleute. In meinen über 20 Jahren China-Erfahrung mit weit über 200 Besuchen in China kann ich das behaupten. Am besten arbeitet man zusammen ohne Verträge, denn ein Handschlag zählt. Banken, Handelsgerichte und Hersteller wollen aber etwas Schriftliches, also wird es eben gemacht. Und dann wird auch um jeden Cent, jeden Zins und jede Zeile gerungen. Nicht weil die Chinesen das brauchen, sondern weil sie glauben, die Deutschen sind pedantisch und es muss alles kleinlichst geregelt sein. Gerungen wird rund um die Uhr. Ob es nun vier Uhr morgens ist in China oder in Deutschland, alle haben unter Hochdruck gearbeitet, inklusive der Anwälte auf beiden Seiten.
Das schöne aber ist: wir sind uns einig, von Anfang an. Der ganze Riesenstapel Papier mit seinen über 200 Unterschriften verschwindet in der Schublade, und es gilt wieder der Handschlag vom ersten Tag. Noch nie ist es mir in China passiert, dass jemand nach zwei Jahren einen Vertrag heraussucht und auf einer bestimmten Klausel besteht, das ist eher amerikanischer Stil. Ohne dass beide Seiten profitieren, funktioniert es eben nicht.
Ich glaube fest, dass die Chinesen weit kommen mit Ihrer Mentalität. Und ich glaube auch, dass Jarltech weit kommt in China. Gegenseitiger Respekt ist die Grundlage jeden Geschäfts.
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| Jarltech kauft zusätzliches Bürogebäude |  Ulrich Spranger 30.03.2012 | Die SMB GmbH, die Muttergesellschaft der Jarltech Europe GmbH, hat für Expansionszwecke von Jarltech ein weiteres Bürogebäude erworben. Das Gebäude bietet etwa 1800 Quadratmeter Geschossfläche. Zusätzlich kauft die SMB noch zwei an das dreistöckige Gebäude angrenzende Grundstücke, auf denen eine große Zahl Parkplätze entstehen. Die zur Verfügung stehende Bürofläche wird damit mehr als verdoppelt.
Durch den Kauf vermeidet Jarltech, weitere Büroflächen auf seinen bestehenden Flächen zu errichten, somit bleibt mehr Platz für eine künftige Erweiterung von Lagerflächen. Der bereits genehmigte Zwischenbau zwischen den beiden existierenden Lagerhallen wird jedoch gebaut. Das neu erworbene Gebäude steht in etwa 200 Meter Entfernung von Jarltech und wurde bis vor kurzem von der Stadt Usingen für städtische Wohnprojekte genutzt. Das Gebäude ist deutlich renovierungsbedürftig, die Arbeiten werden baldmöglichst vorgenommen.
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| Geschäfte in Spanien |  Ulrich Spranger 29.03.2012 | Wenn ich morgens die Zeitung aufschlage, ist meist ein neuer Katastrophenbericht über Spanien enthalten: heftige Jugendarbeitslosigkeit, Staat pleite, Konfrontation mit der EU, Banken am Ende.
Ich war dieses Jahr schon ein paar Mal in Spanien, und es sieht dort nicht grau aus. Überall gut gekleidete Menschen (hübscher als in Frankfurt oder London), volle Restaurants, beim Mittagessen überall guter Wein auf dem Tisch. Und zumindest die Menschen, mit denen ich dort meine Termine habe, sind nicht deprimiert, sondern planen die Zukunft, schauen nach vorne, und sind vor allem ambitioniert.
Dazu ein Arbeitsmarkt, auf dem es derzeit schwierig ist, gute Leute zu finden - wie überall auf der Welt. Unsere Umsätze laufen gut, das ist aber kein Maßstab, weil wir noch nicht so lange in Spanien sind. Dazu steigt die Wettbewerbsfähigkeit, schon alleine weil gefühlt doppelt so viele Leute gutes Englisch sprechen wie vor zehn Jahren.
Ich wette, wenn Spanien die Krise überwunden hat, folgt ein ebenso heftiger Aufstieg. Denn die kleinen und mittleren Firmen hatten es schon immer schwer mit den Banken. Da uns der ein oder andere Marktteilnehmer in letzter Zeit seine Firma verkaufen wollte, habe ich die eine oder andere Bilanz gesehen. Keine Bankverbindlichkeiten, denn die Banken haben sich oft schon vor Jahren aus dem Mittelstandsgeschäft verabschiedet. Dafür jede Menge einbehaltene Gewinne. Und eben genau darum kann man einen Umsatzeinbruch auch mal überleben.
Wir halten an unserem Investment in Spanien fest und freuen uns darauf mitzuerleben, wie es dort schnell wieder aufwärts geht.
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| Billigkassen und die Folgen ... |  Ulrich Spranger 19.02.2012 | Wenn ich ein neues Kassensystem von einem Hersteller vorgeführt bekomme, weiß ich dank 20 Jahren Erfahrung intuitiv sofort, wie viele Garantierückläufer ich davon bekommen würde. Wenn ich dann auch noch die Fabrik in China, Taiwan oder sonstwo in Asien gesehen habe, wird mein Tipp umso akkurater. Der Markenname des Herstellers beeindruckt mich dabei wenig. Es gibt auch weltweit bekannte Marken, die Kassensysteme mit 30% Rückläufern in den ersten drei Jahren produzieren. Rekordhalter ist ein Fernost-Hersteller mit 230% Quote, also in den ersten drei Jahren kam jedes System im Schnitt mehr als zweimal zurück.
So etwas ist dann eine Katastrophe. Geht es um kleine Endkunden, die nur eine Kasse haben, kann der Händler schnell erklären, dass er einfach nur Pech hat und die Geräte eben dieser Bauart ansonsten "top" laufen. Aber sobald der Abnehmer ein Filialbetrieb ist, dann gute Nacht.
Somit suchen wir unsere Kassensysteme sorgfältig aus. Ob diese nun von HP, NCR oder von Glancetron sind: Wenn unser Produkt-Management nicht überzeugt ist, verkaufen wir das Produkt nicht. Aber immer wieder kommen Country Manager zu mir: "Im Land XX brauchen wir ein System für unter XX Euro, mit X Jahren Garantie, sonst können wir nichts verkaufen." Natürlich kann ich ein Kassensystem irgendwo auf der Welt für 300 Euro kaufen, mit tollen Leistungsdaten und nettem Design. Aber darf ich dann auch in den Katalog schreiben: "Dieses Gerät, das auf den ersten Blick super aussieht, erwerben Sie bei uns mit nur einem Jahr Garantie. Wegen der zu erwartenden Service-Fälle reparieren wir die Geräte nicht selbst, sondern senden diese an den Hersteller in Fernost, bitte rechnen Sie mit vier Monaten Wartezeit. Alternativ bieten wir unseren Vorabtausch-Service mit Garantie-Verlängerung an, für nur 300% Aufpreis"?
Interessant ist auch, dass die meisten Ausfälle in Mitteleuropa passieren. Thermische Überlastung. Im Süden Europas ist jedes Restaurant und jedes Geschäft klimatisiert - in Deutschland oder Holland gibt es aber eben zwei oder drei Tage im Jahr, an denen es mal mehr als 30 Grad warm wird - und die Billigkassen sterben dann oft wie die Fliegen.
Ich verstehe den Wunsch nach einem günstigen Einstiegssystem. Aber genau wie beim Thema Stromverbrauch (siehe mein Blog vom 14.2.2012), ein wenig Respekt für die Folgekosten ist doch bitte angebracht.
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| Kein Publikum für stromsparende Geräte |  Ulrich Spranger 14.02.2012 | Es ist ja kein ganz neuer Trend mehr: Hersteller werben mit niedrigem Stromverbrauch für ihre Produkte. In unserem Fall brauchen Drucker angeblich kaum noch Strom, Kassen auch fast nicht mehr, und vor allem verbraucht jedes Gerät deutlich weniger Strom als das des Konkurrenten. Geht es dabei um Umweltschutz? Wohl kaum. In der ADC/POS-Branche brauchen zwar alle Geräte weniger Strom als vor fünf Jahren, seitdem hat sich aber der Einsatz mobiler Geräte sicher vervielfacht. Der Umwelteffekt all der niemals recyclebaren Akkus und Batterien ist kaum abzusehen. Im Kassenbereich benutzen die meisten Drucker sogar noch Thermopapier, eine plattgedrückte Chemie-Bombe.
Logischerweise geht es also bei 'Go Green' in unserem Bereich nicht um den Schutz der Natur oder der Ressourcen, sondern vor allem um das Einsparen von Geld. Auch gut, wenn das wiederum ein Ansatz wäre, um stromsparende Geräte zu verkaufen. Die Hersteller schreiben es sich auf die Fahnen: Kaum ein Drucker/Scanner/Touchscreen, der laut Werbung nicht so viele Euro an Stromkosten spart, dass man sie kaum noch stapeln kann. "Sparen Sie mehr als Sie bezahlen?" wäre der passende Claim dazu.
Die Praxis ist aber: Unsere Händler suchen in der Regel das Gerät mit der Kombination aus dem besten Preis, der besten Leistung und einer belastbaren Qualität. Niemand, und wirklich niemand fragt uns bei Verkaufsgesprächen nach Folgekosten. Und wenn unsere Händler das nicht tun, dann ist dieses Thema offenbar bei den Endkunden einfach nicht wichtig. Schade.
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| Top- und Floptrends von der NRF New York |  Ulrich Spranger 17.01.2012 | Ich bin gerade auf dem Rückweg von der NRF Show in New York. Zwei Trends sind im Kassenbereich zu verfolgen. Der eine ist nicht mehr so ganz neu, nämlich, dass Tablet-PCs à la iPad oder Galaxy vermehrt als "Kasse der Zukunft" herhalten müssen. Nun ja, die Lösungen sehen teilweise recht witzig aus, es gibt mehrere Tablet-Cradles auf der Show zu sehen. Aber ob man eine stationäre Kasse unbedingt "gelegentlich" rumtragen muss? Was ist, wenn so ein Ding runterfällt? Dann wurde das Argument genannt: Mit einem iPad oder einem Galaxy kann man im Problemfall ja die Service-Organisationen der Riesenfirmen Apple oder Samsung nutzen. Das überlegt jeder sich doch zweimal, ob er, wenn die Kasse steht, wirklich einen Termin in einem Apple-Store vereinbaren möchte.
Zweitens ist alles "Cloud". In Zukunft hat der Kassierer nur noch Scanner und Drucker. Preise und Artikelbezeichnungen kommen aktuell aus der Cloud, und auch gerechnet wird dort. Also kein PC mehr an der Kasse. Auf den ersten Blick super: 90% Stromersparnis, null PC-Wartung. Auf den zweiten Blick: Was ist, wenn das Internet hängt? In einem Laden mit 20 Kassen kann man vielleicht in sichere Verbindungen investieren und Fallback-Leitungen bei verschiedenen Anbietern haben. Gibt es aber nur eine oder zwei Kassen, dann kostet so was schon mehr als die Kassen. Lösung: Ein Backup-Rechner muss in jeder Filiale die letzten Daten bereithalten. Somit ist der PC noch da, nur steht er vielleicht weiter hinten im Geschäft. Ich sehe da noch nicht den Durchbruch.
Wir wünschen uns alle so sehr neue "Killer-Hardware", die jeder Shop-Besitzer in seinem Laden haben will. Hardware, deren Vorteil man sofort erkennt und die sich so schnell rechnet, dass jeder sofort seine alte Hardware aus dem Fenster wirft. Ich fürchte, auch 2012: Fehlanzeige.
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| Planungshorizonte :) |  Ulrich Spranger 11.01.2012 | Ist es verständlich, dass jeder unserer Hersteller - und teilweise auch Großkunden - mit uns zusammen eine "Planung" für das neue Geschäftsjahr vornehmen will? Warum eigentlich? Ich kann mir das nur so als sinnvoll erklären, dass man auf Produzentenseite seine Ressourcen planen muss: die Produktion, eventuell nötiges Kapital, Personal und so weiter. Alles Sachen mit langer Vorlaufzeit.
Witzig ist nur, dass wir bisher noch mit niemandem eine Planung für 2012 fertig haben. Die ersten Termine für Gespräche dazu sind im Januar. Sollte man das Jahr nicht geplant haben, bevor es anfängt? Letztes Jahr war der letzte Hersteller mit der Jahresplanung im April fertig. Wenn Personal- und Produktionsänderungen in der Regel vier bis fünf Monate Vorlauf haben, hätte man es sich gleich sparen können.
Also sind wir doch ehrlich, es läuft so: Niemand will wirklich eine "Planung". Ein Hersteller setzt sich ein Jahresziel für 2012 in der fernen Zentrale. Das wird dann auf die Vertriebsländer heruntergebrochen, und erst wenn es erreicht wird, bekommt die Verkaufsabteilung ihren Bonus. Also muss dann nur irgendwann festgelegt werden, welcher Distributor welche Umsätze reinholen muss. Also keine aktive Planung, sondern Planwirtschaft von oben :)
Das wiederum ist für den Distributor so sinnfrei, dass es uns eigentlich egal sein kann, wann der Plan verkündet wird. Verschieben wir die Termine also am besten in den Dezember, denn dann können wir den Plan so machen, dass wir ihn ziemlich genau erreichen - alle bekommen ihre Boni, und es gibt keine Überraschungen mehr!
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| Bonrollenwerfen |  Ulrich Spranger 22.12.2011 | Aus dem Kicker: "Der Werfer der Kassenbonrolle, die Eintracht Frankfurts Kapitän Pirmin Schwegler getroffen hatte, hat sich gemeldet. Ein 20-jähriger Abiturient erschien gemeinsam mit seinem Vater in der Geschäftsstelle des FC St. Pauli und bedauerte den Vorfall. Es habe sich bei dem Wurf um ein Versehen gehandelt."
... und weiter: "Nun hat sich der Werfer der Rolle gemeldet. Der Abiturient hat sich bereits bei Schwegler entschuldigt. Zudem erklärte er im Beisein seines Vaters, dass es sich um ein Versehen, um eine Verkettung unglücklicher Umstände gehandelt habe. Er hätte niemanden verletzen, nicht einmal treffen wollen. Vielmehr hätte sich die Rolle in der Luft aufrollen sollen. Stattdessen wurde sie zu einem Wurfgeschoss."
Dass der Kapitän unseres Lieblingsvereins ausgerechnet von einer Kassenrolle getroffen wird, ist schon schlimm genug. Dass der Treffer dann aber auf einen Produktfehler "... hat sich nicht aufgerollt" geschoben wird, ist nun echt unverfroren. Wer so etwas tut, ist einfach nur dämlich. Und er kann sich jederzeit bei Jarltech im Lager melden, wir hätten da ein paar Eintracht-Fans und, was Kassenrollen betrifft, jede Menge Munition :))
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| Krise in Ägypten ... |  Ulrich Spranger 22.12.2011 | Am 1.1.2012 eröffnet auch unser neues Büro in Kairo. Nach den Schulungen in Usingen sollte das lokale Büro in den ersten beiden Wochen von erfahrenen Jarltech Mitarbeitern aus Europa unterstützt werden.
Nun ja, wenn man dieser Tage fernsieht, hat man nicht den Eindruck, dass Kairo gerade ein guter Platz ist, um Mitarbeiter dorthin zu entsenden. Ich war selbst neulich dort und habe mich überhaupt nicht in meiner Arbeit behindert gefühlt. Und unser Country Manager, ein Ägypter, sieht die Lage deutlich entspannter als das europäische TV. Selbst die Manager, die nach Kairo fliegen sollten, haben sich auf die Reise gefreut. Trotzdem: Es geht einfach nicht. Schon alleine, weil die Familien der Mitarbeiter sich durch die Fernsehbilder den ganzen Tag Sorgen machen müssen.
Ich bitte, das nicht als Misstrauen gegenüber Ägypten zu verstehen: Ich sehe dort einen großen Markt für uns, nur deshalb investiert Jarltech dort und bleibt auch dabei. Ich glaube auch, dass Kairo sicher ist für jeden, der die Sprache spricht, die Stadt kennt, dort Freunde hat und Religionen und Bräuche versteht. Eine Tagesreise am Morgen hin, am Abend zurück ist sicher auch kein Problem, aber bei längeren Aufenthalten kann man die Lage als Fremder einfach nicht einschätzen. Wenn dann etwas passiert: Ich möchte nicht schuld daran sein.
(P.S.: Die Schulungen finden jetzt übrigens in Dubai statt.)
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| Weihnachten in Dubai |  Ulrich Spranger 22.12.2011 | Immerhin hatten wir nun zum dritten Mal in Folge Schnee bei unserer Weihnachtsfeier im Taunus. Diese größte unserer Weihnachtsfeiern setzt den Schlusspunkt hinter den Weihnachtsfeier-Marathon, der unseren Vertriebsdirektor und mich dieses Jahr nach Madrid, London, Wien und Antwerpen geführt hat. Haufenweise Weihnachtspost, Geschenke verteilen, sichten, Telefonate mit den besten Wünschen zum Fest ... ? all das inmitten der Hetze, weil alles irgendwie noch rausgeschickt werden soll, in Druck muss, buchhalterisch abgegrenzt wird und schon etliche Leute in Urlaub sind. Ich habe auch den Eindruck, dass generell mehr schief läuft an und um Weihnachten.
Zum Glück geht bald mein Flug nach Dubai ? kein Weihnachten, garantiert kein Schnee und weniger Hektik. Nein, ich bin kein Weihnachtshasser, aber wir eröffnen nun mal unsere Regionalniederlassung in Dubai am 1.1., das erfordert jede Menge Vorarbeit und ist dennoch eine willkommene Ausrede, statt des tausendsten Weihnachtskekses mit Weihnachtsliedern lieber bei 28 Grad am schattigen Pool mit Zigarre, Wasserpfeife und gefüllten Weinblättern seinen Geschäften nachzugehen. Anwaltstermine müssen nicht immer in steifen Büros stattfinden und auch Formulare für eine Kontoeröffnung lassen sich beim Abendessen im Freien unterschreiben.
Allen Lesern meines Blogs, egal wie sie Weihnachten feiern: Ein frohes Fest!!
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| Kampf dem Alkohol |  Ulrich Spranger 06.12.2011 | RU-21 wurde von russischen Forschern entwickelt, damit russische Agenten im kalten Krieg besser spionieren konnten. Bei der Informationsgewinnung fließen regelmäßig große Mengen Alkohol - und es behält der die Oberhand, der nicht betrunken wird. RU-21 spaltet Alkohol schon im Magen auf, sodass dieser gar nicht erst in den Blutkreislauf gelangt, sondern direkt ausgeschieden wird. Man nimmt zwei Pillen vor Trinkbeginn, dann jede Stunde eine weitere.
Das jedenfalls glaubt unser spanischer Country Manager Javier González und erklärt die Magie von RU-21 nochmals packend auf einem Video auf unserer Seite www.facebook.com/jarltech.
Viel Spaß!
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| Glückwunsch an die Deutsche Factoring Bank aus Bremen ... |  Ulrich Spranger 22.11.2011 | ... für die erste Weihnachtskarte 2011! Normalerweise kommen die allerersten Weihnachtskarten immer aus Asien von Firmen, die nicht so genau wissen, was beziehungsweise wann Weihnachten genau ist. Aber für eine deutsche Firma ist der 22.11. als Ankunftsdatum schon echt sportlich :)
Auf jeden Fall, auf diesem Wege gleichfalls Merry Christmas zurück nach Bremen! Unsere Karte kommt dann etwas später ...
Als kleine Anregung: Karten, die nicht einfach solo per Post kommen, sondern an großen, aufwändigen, teuren Geschenken hängen, erreichen bei uns die meiste Aufmerksamkeit :)
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| Qualitätsumfragen-Terror |  Ulrich Spranger 08.11.2011 | Ist es in der letzten Zeit mehr geworden? Ständig erreichen mich E-Mails von Hotels, Fluggesellschaften und so weiter mit Fragebögen über ihren Service. Banken, Autohäuser und Leasingfirmen beauftragen irgendwelche Callcenter damit, mich anzurufen, dass ich meinen Senf zur Leistung ihrer Auftraggeber abgebe. Alle Umfragen haben gemeinsam, dass Sie mit der letzten Frage enden „wie wahrscheinlich ist es, dass Sie XXX ihren Bekannten/Partnern/Freunden weiterempfehlen?“.
Gestern Abend kam eine Umfrage vom Marina Bay Sands Hotel in Singapur – „ein paar Minuten Ihrer Zeit, damit wir uns verbessern können“. Da das Spiel Eintracht Frankfurt gegen Aue im Fernsehen nicht zu ertragen war, habe ich angefangen, dabei den Fragebogen auszufüllen. Irgendwann habe ich dann angefangen zu lachen, als ich nach zwanzig Minuten immer noch nicht fertig war ... es waren 60 (!) Fragen. Unglaublich, wer hat für so was Zeit? Noch besser, es war mittlerweile das Führungstor der Eintracht in der 86. Minute gefallen, als dann beim Abschicken der Satz kam: „Sie haben nicht alle notwendigen Felder ausgefüllt“. Das kann nicht wahr sein. Das Hotel hat etwa 15 Restaurants, leider habe ich es an einem Tag nicht geschafft, alle auszuprobieren. Muss ich also bei den 13 Restaurants, in denen ich nicht war, aber zu denen es jeweils zehn Fragen gibt, insgesamt 130 Mail auf „not applicable“ klicken? Ich kann mir vorstellen, dass das Management vom Marina Bay Sands ziemlich enttäuscht darüber ist, dass vermutlich noch niemand den Fragebogen zurückgeschickt hat. Man muss sich dort reichlich ignoriert vorkommen ... ich darf mir das jetzt bloß nicht bildlich vorstellen, wie die Marketingabteilung dort sitzt und auf Antworten wartet :)
Manche Frage versteht man ja noch, zum Beispiel ob das Essen schmeckt und einem die Einrichtung gefällt. Das ist Gefühlssache. Aber wenn ich als Manager meine Gäste fragen muss, ob meine Zimmer und meine Restaurants sauber sind, dann kann ich stattdessen ja einfach mal nach oben gehen und mir zehn Zimmer anschauen, anstatt meine Gäste mit überflüssigen Fragen zu bombardieren.
Bei Fluggesellschaften bin ich jetzt maximal höflich: Ich lehne die Fragebögen nicht mehr ab, sondern stecke sie einfach nur unausgefüllt in den Umschlag. So spare ich mir das „Nein“ zum freundlichen Flugbegleiter. Seit 15 Jahren beantworte ich nämlich Lufthansa-Fragebögen, ohne dass sich je etwas geändert hätte. Und Cathay Pacific will sogar wissen, wie man die Arrival Lounge findet, obwohl der Bogen doch vor der Landung eingesammelt wird. So ein Käse. Jedes Mal wenn ich „wir haben Sie für unsere Umfrage ausgesucht“ höre, frage ich mich, ob ich eigentlich so gelangweilt und unterbeschäftigt aussehe. Oder ob ich so aussehe, als ob ich schon so viel Airline Food gegessen hätte, dass ich es sicher ganz besonders gut beurteilen kann.
Unsere letzte Umfrage haben wir vor etwa zehn Jahren gemacht – und auch damals schon den Kunden zumindest ein Dankeschön für Ihre Meinung angeboten. Wir können schließlich nicht Werbung damit machen, besonders schnell und effizient zu sein, wenn wir jeden Kunden nach einem hocheffizienten und schnellen Einkauf bitten, doch einfach mal drei Stunden lang Fragen zu beantworten.
Apropos Dankeschön für Fragebögen: Emirates sagte neulich zumindest zur mir: „Sie dürfen den Kugelschreiber auch behalten“. Danke, endlich, mein erster Kugelschreiber.
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| Q3 vorbei ... |  Ulrich Spranger 27.10.2011 | Alle "Jarltechs" (Europe, UK, Austria) haben im Q3 zusammen 62,3 Mio Euro umgesetzt (ca. 87 Mio US-Dollar), das entspricht einem Wachstum von etwa 28% gegenüber dem Vorjahr. Es sieht so aus, als würden wir unsere Planungen in diesem Jahr ebenfalls wieder übertreffen.
Die Quartalsnachrichten sind auch bei unseren wesentlichen Hersteller-Partnern durch die Bank weg positiv. Es macht den Eindruck, als ob unsere Branche weiter deutlich stärker zulegt als die allgemeine Wirtschaft. Das ist erfreulich, und wir reagieren darauf weiter mit Einstellungen von Mitarbeitern in allen Bereichen, wobei der Arbeitsmarkt derzeit ja leider sehr eng ist und Fachkräfte kaum zu bekommen sind.
(Disclaimer: Alle Zahlen sind vorläufig)
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| Gute Nacht! |  Ulrich Spranger 12.10.2011 | Schlafen kann ich gut ... aber nicht, wenn die Firma geöffnet hat. Ich bin diese Woche von Frankfurt nach Dubai geflogen (Gitex Show), von dort nach Las Vegas (Zebra Konferenz), von da weiter nach Wuhan (Scan-Tech China) und über Singapur zurück nach Frankfurt - und dann nach Hannover - die Heimat der besten Ehefrau von allen - haha, meine Frau liest meinen Blog ohnehin nicht:) - zu einem Kunden. Ich schlafe gut in Hotels und in Flugzeugen. Aber was tun, wenn um Mitternacht oder um Eins die Convention vorbei ist und in Deutschland ist es genau neun Uhr früh? Da hilft kein Schlafmittel. Ich will wissen, was in der Firma passiert. Laptop im Bett, und mehr als eine Stunde "Augen zu" ist nicht drin. Dabei will niemand was von mir. Es kommen zwar laufend E-Mails, aber nichts ist dringend. Es ruft auch niemand an. Es ist einfach nur eine verdammte Krankheit, die einen wach liegen lässt. Haben diesen Virus alle Unternehmer oder nur ich?
In Asien passt die Zeitverschiebung wenigstens: Man kann morgens lange schlafen, und nach dem Abendessen macht auch in Europa die Firma zu. Und nach dem dritten Glas Wein am Abend ist sowieso keine E-Mail mehr schlimm. Und in Asien stört sich niemand daran, wenn im feinen Restaurant das Handy auf dem Tisch liegt.
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| Two And A Half Men |  Ulrich Spranger 12.10.2011 | Der Hauptvorteil von Amerika ist zur Zeit, dass dort schon die neunte Staffel von "Two And A Half Men" ausgestrahlt wird. Ashton Kutcher ersetzt Charlie Sheen einwandfrei. Der ein oder andere Manager von Zebra hat bei der Zebra-Convention in Las Vegas zwar komisch geguckt als ich um 21:00 dringend das abendliche "Networking Event" verlassen musste um CBS einzuschalten, aber was sein muss, muss sein!
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| American Look |  Ulrich Spranger 12.10.2011 | Anders als meine Frau verspüre ich nur selten den plötzlichen Drang zum Shopping. Nur in den USA passiert es mir immer wieder, dass ich mir dringend elegante Kleidung kaufen will. Und zwar nur deshalb, um mich positiv abzuheben, eine Gegenreaktion auf das, was man dort zu sehen bekommt.
Ich komme gerade von der Global Partner Convention von Zebra aus Las Vegas. Die Business Leute dort sind elegant gekleidet, die Hotels und Restaurants auf Top Standard. Aber wie die Touristen da rumlaufen! Jogging-Schuhe mit dicken Sohlen, und 50% des Volks im Trainingsanzug?
Ich habe eben auf dem United-Flug von Vegas nach San Francisco mal durchgezählt: 150 Passagiere, davon 82 im Trainingsanzug, über 120 mit Sportschuhen, und 35 Leute mit Polohemd mit Firmenaufdruck. Nur noch zu unterbieten von den Uniformen der Flugbegleiter, die allesamt drei Nummern zu groß sind und fettig glänzen.
Wenn ich keine Besucher erwarte, gehe ich auch mit Jeans und Hemd ins Büro. Aber so? Wo kommen denn all die US-Models und -Designer her, die man immer im Fernsehen sieht?
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| Jarltech MENA |  Ulrich Spranger 07.10.2011 | Es ist soweit, Jarltech geht wieder in neue Märkte. Am 1.1.2012 eröffnen wir unsere neuen Schwestergesellschaften Jarltech Gulf (Emirate, Bahrain, Oman), Jarltech Egypt (Ägypten) und Jarltech Saudi-Arabia in Riyad. Wir haben uns eingehend mit den Märkten beschäftigt. Besonders Dubai ist von der Finanzkrise geschlagen, und in Ägypten findet gerade ein einschneidender politischer Umschwung statt, dessen Folgen noch nicht richtig abschätzbar sind. Trotzdem sind Softwarehäuser dort auf der Suche nach einem Distributor, der vollen Service, hohe Produktverfügbarkeit und gleichzeitig lokales Management bietet.
Momentan arbeiten unsere Hersteller hauptsächlich mit "Mixed-Model"-Partnern zusammen, also Firmen, die sowohl Endkunden als auch Händler beliefern. Die Händler sind im projektorientierten Umfeld im Mittleren Osten sehr misstrauisch und möchten hier nicht in eine Konkurrenzsituation zu ihren Lieferanten geraten. Viele Händler importieren daher auf eigene Faust Produkte aus Asien oder den USA, und würden sich diesen Aufwand gerne sparen.
Der Vorteil der aktuellen Lage in der Gegend ist, dass wir als neuer Arbeitgeber überall willkommen sind und wenig Probleme hatten, geeignete Country Manager zu finden. Ein Area Management mit einem erfahrenen Jarltech-Mitarbeiter wird überdies in Dubai installiert. Pünktlich im Januar ist auch unser erster arabischer Katalog verfügbar.
Nicht willkommen scheinen wir jedoch bei den deutschen Behörden zu sein. Ein Visumsantrag, um einen Mitarbeiter aus Kairo für eine Woche zum Training nach Deutschland einladen zu dürfen, soll laut Botschaft drei Monate Bearbeitungszeit und ein persönliches Gespräch erfordern!? Das wäre allerdings ausgesprochen wirtschaftsfeindlich.
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| Gedanken zum InfoForum in Wien |  Ulrich Spranger 17.09.2011 | Über 100 Teilnehmer haben uns beim Jarltech InfoForum in Wien besucht. Hier mal unsortiert ein paar Gedanken von mir dazu:
-- Ärger über die Nichtteilnehmer, die zum Abendessen zugesagt haben, und einfach nicht aufgetaucht sind. Das kann ich nicht "normal" finden. Denn natürlich bezahlen wir die Tagungspauschalen und das Essen trotzdem. Klar können sich Pläne ändern und daher danke an all jene, die, wie es sich gehört, rechtzeitig abgesagt haben.
-- Freude über das Hotel "Rainers" in Wien. Dass ein Hoteldirektor bei einer Veranstaltung auch um Mitternacht noch selbst nachschaut, ob alles in Ordnung ist, ist sicherlich nicht üblich. Toller Service und hohe Flexibilität bei Ablaufänderungen, einwandfrei. Und auch viele positive Kleinigkeiten, die einfach auffallen und im Gedächtnis der Gäste haften bleiben.
-- Bewunderung für Martin Limbeck, unseren Vortrags-"Act". Es war wirklich kein Vortrag, sondern eine Show, die alle motiviert hat. Auch ich lerne jedes Mal etwas dazu. Wir kennen etliche Verkaufstrainer, die alle das gleich erzählen, und es nervt. Herr Limbeck macht das einfach anders, und lebt es vor allem selbst vor. Ich habe schon etwas Angst, mit ihm auf dem Rückflug unser Trainingsbudget für das nächste Jahr zu verhandeln.
Vor allem aber Bewunderung dafür, fast zwei Stunden frei, ohne Powerpoint und ohne Notizen zu reden und ein Publikum zu begeistern.
Wenn Sie ihn mal live erleben möchten, am 28.9. ab 20:00 Uhr sehen Sie Herrn Limbeck im SWR-Fernsehen. Sein neues Buch "Nicht gekauft hat er schon" ist nicht zu Unrecht in den Bestseller-Listen der Wirtschaftspresse. Bitte lesen Sie dieses Buch.
-- Die Erkenntnis, auch für die Raucher alles richtig gemacht zu haben. Ob Weihnachtsfeier, Firmenevent oder Kundenmeeting: Rauchen muss zumindest in einem Nebenraum erlaubt sein. Ob einem Rauchen gefällt oder nicht, es hilft ja nichts, wenn der Saal immer leer ist weil die Raucher auf der Straße stehen. Ich bin zwar Nichtraucher, aber es ist eben nur meine Überzeugung, und nicht meine Religion.
-- Freude über viele gute Gespräche: Lob, aber auch Anregungen, von unseren Kunden und Herstellern. Super, wenn man von einem Event mit einem vollen Notizblock nach Hause fliegt und nicht den Eindruck hat, seine Zeit verschwendet zu haben. Und wir alle machen nur Geschäfte, wir führen keinen Krieg: Gut, wenn auch die Vertreter konkurrierender Hersteller zusammen Spaß haben.
-- In meinem Weinkeller liegen zu wenige Weine aus Österreich. Den "Terra O", den wir als Rotwein für das InfoForum ausgesucht haben, ist ein Knaller.
Ab spätestens Montag sollten übrigens die Fotos auf www.facebook.de/jarltech zu sehen sein.
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| Freche Terminabsagen |  Ulrich Spranger 23.08.2011 | Wie bleibt man höflich, wenn Termine wegen blödsinniger Gründe abgesagt werden? Ist Ihnen das auch schon passiert? Ausreden, die ganz klar Ausreden sind? Immer mal kann jemand krank werden oder ein Flug fällt aus. Und wenn jemand keine Lust auf einen Termin mit uns hat: man kann das ja sagen, oder auch eine nette Ausrede erfinden, aber bitte doch: frühzeitig.
Gerade wieder hat ein Manager von uns einen Flug nach Italien gebucht, natürlich nicht stornierbar, um dann einen Tag vor dem Termin zu hören: "Oh, ich hatte bei der Terminabsprache übersehen, dass ich Urlaub habe". Ich würde sagen, in dem Fall muss der Urlaub dann eben unterbrochen werden, wenn man so dämlich ist, seinen Urlaub nicht in seinen Kalender zu schreiben. Aber nein, es ist ja ein wichtiger Lieferant, und da ist die gemeinsame Stimmung wichtig. Also muss man sich verstellen und eine verständnisvolle E-Mail schreiben, obwohl man platzt.
Eigentlich sollten wir da mal eine Rechnung über die Flugkosten hinschicken.
Mir selbst ist letzte Woche etwas Ähnliches in Asien widerfahren. Dort fahre ich auch nicht zum Spaß hin, sondern habe einen eng gesteckten Terminplan. Ein Abendessen war mit einem Lieferanten vereinbart. Nachdem der eine halbe Stunde nach Beginn noch nicht erschienen war, rufe ich ihn an: "Es tut mir leid, ich stecke noch in Singapur fest, und mein Akku war leer, ich komme erst übermorgen zurück". Wenn einem ein Kunde wichtig ist, kann man doch bitte wenigstens etwas plaubsibler lügen. Einem Manager geht erstens kein Akku aus, zweitens gibt es überall Steckdosen und drittens hat jedes Hotelzimmer ein Telefon. Ich denke mal, er hatte den Termin einfach vergessen, verpennt, was auch immer. Aber eine halbe Stunde später merken, dass man ein paar tausend Kilometer entfernt ist, klingt für mich nicht normal. Die einzige Lehre der Geschichte: Mit guter Aussicht auf Hong Kong kann man auch angenehm alleine speisen.
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| Business-Kultur im Mittleren Osten |  Ulrich Spranger 23.08.2011 | War ich bisher in Dubai höchstens zum Urlaub oder zu Messen, so konnte ich in letzter Zeit häufig geschäftlich in die Gegend fliegen. Es ist dort auch gerade keine gute Zeit für Urlaub - denn 45 Grad, null Wolken und 36 Grad Wassertemperatur machen einen gepflegten Strandurlaub fast unmöglich. Dazu kommt noch Ramadan, also kein Essen, kein Rauchen und auch nicht mal Wasser zu trinken am Tag in der Öffentlichkeit. Das alles sorgt für leere Hotels.
Sehr positiv überrascht hat mich die Business-Mentalität. Teilweise bis zu acht Termine am Tag: Alle Gesprächspartner pünktlich, höflich, und alle kommen ohne großes Theater auf den Punkt. Wie anders ist das doch manchmal in Europa. Dazu kommt ein großer kultureller Mix aus Arabern, Europäern und Indern, die dort die Geschäfte betreiben.
Im Oktober ist übrigens die Gitex-Messe in Dubai. Wer mal wieder Aufbruchstimmung einer CeBIT a la 1998 erleben möchte, ist dort genau richtig. Ich kann Ihnen nur empfehlen, dort mal hinzufahren und sich den Markt anzuschauen. Nicht nur als Absatzmarkt, es gibt dort mittlerweile auch eine ganze Menge Technologie und Software einzukaufen. Ganz nebenbei: Im Oktober ist das Wetter dann auch wieder angenehmer :)
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| Jarltech sponsert den ID World Congress, Mailand - warum? |  Ulrich Spranger 12.08.2011 | Wir haben uns entschlossen, in diesem Jahr die 10. Ausgabe des ID World Congress in Mailand zu sponsern. Nicht nur, weil die Schirmherrin, Sopie de la Giroday, ausgesprochen charmante Überzeugungsarbeit geleistet hat: Die Teilnehmerliste ist beeindruckend. Und: Keine langweiligen stundenlangen Vorträge, sondern 15-Minuten-Kurzvorstellungen der Unternehmen und ihrer Visionen. Dazu ganz viel Networking.
Aber was hat ein Distributor dort zu suchen? Gute Frage. Wir haben lange überlegt: Technologien sind eine nette Sache, müssen aber auch im Volumen verkauft werden, um für die Distribution interessant zu sein. Diskussionen mit Endkunden sind zwar interessant, aber Jarltech verkauft nunmal nicht an Endkunden.
Trotzdem denke ich, dass wir als spezialisierter Distributor den Herstellern und Kunden zeigen müssen, auch mal eine Technologie aufzupicken, die nicht gleich Millionenumsätze verspricht. Wir müssen auch Partner für einen Kleinserienhersteller sein können. Natürlich brauchen wir auch all das Fachwissen, um zu entscheiden, ob wir nun zwei oder fünf Hersteller von z.B. RFID-Technologie im Portfolio brauchen. Und, reiner Eigennutz, wollen wir einen Hersteller natürlich in einem frühen Stadium davon überzeugen, auf den Channel zu setzen, anstatt erst 300 Direktpartner in Europa aufzubauen, die dann in fünf Jahren mit vielen Schmerzen in die Distribution überführt werden müssen.
Auch ein Endkunde weiß, dass hinter seinem Systemintegrator ein leistungsfähiger Distributor stehen muss. Und da wollen wir Flagge zeigen.
In erster Linie geht es bei solchen Kongressen nicht darum, dass als Sponsor unser Logo links und rechts überall zu sehen ist - wichtiger ist es, im Networking in der Technologie-Commmunity früh präsent zu sein.
Achja, und wenn auch Sie sich für die Zukunft unserer Branche interessieren, schauen Sie doch mal auf www.idworldonline.com
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| Jarltech goes China? |  Ulrich Spranger 28.07.2011 | In den letzten 20 Jahren bin ich über 150 mal nach China gereist. Und erst jetzt erscheint mir der Markt reif, auch verkaufsseitig von uns erobert zu werden. Wir haben in China ein Support-Zentrum unterhalten, ein Einkaufsbüro betrieben und erfolgreich verkauft sowie mit über 40 Lieferanten kooperiert. Und, das ist ein dunkles Kapitel, ich habe auch mal einen Weinladen in Shenzhen eröffnet. Ganz am Rande, es war der schönste Weinladen der Welt, allerdings auch kommerziell ein schöner Scherbenhaufen. Nun ja, aus Schaden wird man klug.
Der Einzelhandel und die Gastronomie in China setzten auf lokale Produkte. Billig, billig, billig. Aber immer mehr Logistikfirmen, große Filialketten und Töchter internationaler Konzerne fragen Markenprodukte nach. Scanner sollen bitte von Datalogic oder Honeywell sein, Kassendrucker von Epson. Und diese großen Hersteller haben Schwierigkeiten mit den kleinteiligen Vertriebssystemen in China, bei denen ein Produkt teilweise durch zehn Hände geht bis es irgendwo installiert wird. Große IT-Distributoren sind schon in China, konzentrieren sich aber auf die Brot- und Butterprodukte.
Die meisten existenten Distributoren beschränken sich auf wenige Marken, ein kleines lokales Umfeld, oder sind „mixed models“, beliefern also auch Endkunden.
Viele neue Entwicklungen erleichtern die Ansiedlung: Eine 100%-ige Tochtergesellschaft in China zu gründen ist einfach geworden. Import- und Exportlizenzen sind ebenso zu haben wie englischsprachiges Personal. Europäische Versicherer haften für Warenlager in China, und Banken konvertieren den RMB, die chinesische Währung.
Mal sehen, vielleicht machen wir ja was draus ...
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| Und das erste Halbjahr 2011 ist vorbei ... |  Ulrich Spranger 28.07.2011 | Die erfreulichen Halbjahres-Zahlen sind da: Unsere Gruppe hat im ersten Halbjahr 2011 41 Mio Euro (= 58,5 Mio USD) umgesetzt. Das sind satte 25% mehr als im ersten Halbjahr 2010. Ganz besonders fällt dabei die Jarltech Austria GmbH auf, die ein Wachstum von +50% erreicht. Da das zweite Halbjahr gewöhnlicherweise stärker ist als das erste, gehen wir davon aus, auch 2011 unsere Ziele zu übertreffen.
Interessant ist, dass bei 25% Umsatzwachstum die Zahl der Aufträge um 16% steigt, sprich der Umsatz pro Auftrag hat sich erhöht.
Auch die neuen Auslandsbüros in Spanien und Dänemark entwickeln sich 2011 sehr gut.
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| Jarltech Hausmesse in Wien |  Ulrich Spranger 19.07.2011 | Ich freue mich, Sie am 16.9. in Wien persönlich kennen zu lernen: Für unsere deutschsprachigen Händler veranstalten wir dort wieder unser "InfoForum". Nach der Hausmesse und den zeitgleichen Herstellervorträgen tritt unser Verkaufstrainer Martin Limbeck auf. Wir sind von seiner Arbeit, seinen Vorträgen und seinen Büchern begeistert. Ich bin mir sicher, ein Funke Inspiration springt zu Ihnen über – der Abend lohnt sich, das ist ein echtes Highlight. Das letzte Buch "Nicht gekauft hat er schon" lege ich Ihnen jetzt schon ans Herz.
Danach gibt es ein hoffentlich kommunikatives Abendessen. Herr Schmidt und ich werden übernächste Woche in Wien im Rainers Hotel schon mal testessen.
Wir sind diesmal in Wien, weil wir einen attraktiven Ort wählen wollten. Weil die Hotels dort etwas teurer sind als gewohnt, sponsern wir die Zimmerpreise und hoffen, dass der ein oder andere Händler ein schönes Wochenende in Wien anschließt. Ich selbst bin ein großer Fan von Wien, und das nicht nur wegen des österreichischen Weins :)
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| Frauen-WM |  Ulrich Spranger 14.07.2011 | Es ist schon schön, ins Eintracht-Stadion zu kommen und plötzlich wird internationaler Fußball gespielt. Tolle Stimmung, entspanntes Publikum und deutlich weniger Fouls - obwohl die Akteure enorm engagiert sind. Schade, dass Deutschland ausgeschieden ist.
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| Excellbook by DIESEL |  Ulrich Spranger 17.06.2011 | DIESEL Jeans bietet eine neue Software im Rahmen der "Be Stupid At Work"-Kampagne an: Excellbook. Damit sieht Facebook aus wie ein Excel-Spreadsheet. Gut, wenn man in langweiligen Konferenzen lieber in Facebook surft. Und andererseits passend für den ein oder anderen Excel-Junkie (auch "Forecast-Heinis" genannt) - einfach eine angenehme Darstellungsweise :) Wem es gefällt ... Be Stupid At Work kostenlos für Mac und PC.
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| Sozialbetrug |  Ulrich Spranger 16.06.2011 | Was mich wirklich ärgert, ist, wenn eine Auszubildende wochenlang krank gemeldet ist, aber zur gleichen Zeit jeden Abend betrunken auf Volksfesten aufläuft. Und, dümmer geht es ja kaum noch, die Bilder davon auf Facebook postet. Ein Schlag ins Gesicht für den Arzt, der den "gelben Schein" ausgestellt hat, ein Armutszeugnis für die eigene Intelligenz, und ein Tritt in den A... für den Ausbilder. Und auch für den Vater, der sich bei ähnlichen Vergehen mehrfach für das "liebe Töchterchen" eingesetzt hat. Ignoranz pur.
Jedenfalls freut es mich, dass solche Sachen auch der IHK auffallen. Und der Spruch "Ich habe sowieso einen anderen Ausbildungsplatz, weil ich jung und hübsch bin" eventuell nicht mehr zieht, weil die IHK den Vertrag ja auch unterschreiben muss. Da darf man chauvinistisch mal denken "bitte heirate schnell und bleibe dem Arbeitsmarkt fern", kann sich aber anderseits ein gewisses Mitleid für den eventuellen Ehemann nicht verkneifen.
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| Auszubildende, meldet Euch! |  Ulrich Spranger 06.06.2011 | Man sollte denken, Auszubildende für das nächste Schuljahr gäbe es genug: Die Bundeswehr fällt aus, und da ja nun die G8- und G9-Abiturienten erstmals gleichzeitig "auf den Markt kommen", gibt es doppelt so viele Studienanfänger wie sonst. Aber nicht genug Studienplätze - wer keinen bekommt, könnte ja vielleicht eine kaufmännische Ausbildung einschieben. Und alle Realschulabgänger, die von den Abiturienten in diesem Jahr verdrängt werden, müssten sich fast um die restlichen Plätze schlagen. Vor allem bei einer Firma wie Jarltech, die bisher über 90% ihrer Azubis übernommen hat - mit teilweise ganz beachtlichen Karrieren im Unternehmen.
Aber leider prognostiziert die IHK, dass wieder etliche Plätze frei bleiben werden. Also muss Jarltech selbst Gas geben: Da auf Anzeigen kaum noch Reaktionen folgen, macht Jarltech ab nächster Woche Radiowerbung für Ausbildungsplätze. Wir müssen auch von Grund auf die Ausbildung attraktiver gestalten. Kommt es bisher gelegentlich zu kurzen Auslandsaufenthalten in unseren Länderbüros, so müssen wir das nun institutionalisieren. Dazu noch Englischkurse auf Firmenkosten, denn die meisten Schulabgänger sprechen kein brauchbares Englisch. Einfach mehr bezahlen für Azubis mit guten Zeugnissen ist ja leider nicht erlaubt ...
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| Marktanteilsschwindel |  Ulrich Spranger 16.05.2011 | Wenn der Umsatz schrumpft, kann man ja immer noch behaupten „Wir haben aber deutlich Marktanteile gewonnen“. Das impliziert, dass man zwar schlecht war in einem Quartal, aber die Konkurrenz wohl noch schlechter war. Und keiner kann es prüfen, weil die meisten Wettbewerber eben nicht börsennotiert sind.
Einer unserer amerikanischen Wettbewerber hat diesen Satz neulich während einer Analysten-Konferenz gesagt. Ohne natürlich zu berücksichtigen, dass wir im selben Quartal um etwa 30% gewachsen sind. Das hätte man wissen können, eine Nachfrage bei den Herstellern hätte genügt. Aber, schadenfroh sind wir ja nicht, wir werden unsere Zahlen nicht bei den Analysten einreichen. Sollen die Herrschaften in den USA sich ruhig in Sicherheit wiegen. Bis es so offensichtlich wird, dass man es zugeben muss ... :)
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| Schadenfreude taugt nicht als Strategie |  Ulrich Spranger 02.05.2011 | Gerade ruft mich ein direkter Wettbewerber an, weil er Produkte von uns kaufen möchte ... die wir auf Lager haben und die der Hersteller erst in acht Wochen wieder liefert. Meine spontane Antwort: „Nein.“ Das lag eher darin begründet, dass eben derselbe Mitbewerber uns bei einer ähnlichen Anfrage vor einiger Zeit hat hängen lassen, und weniger an strategischen Überlegungen.
Es haben schon einige versucht, nur die Top-Seller zu lagern und sich für den Rest aus unserem Lager zu bedienen. Na klar, einerseits habe ich genug von dem Produkt da. Aber es kann auch sein, dass der vermutlich wichtige Stammkunde, für den mein Konkurrent alles versucht, die Ware bei uns findet, kauft, Jarltech für gut befindet und wir einen tollen Händler abwerben können. Oder aber er findet uns nicht, morgen geht die Welt unter, und wir bleiben auf der Ware für immer sitzen. Dazu kommt noch, dass man sich in der Branche immer mal wieder bei Herstellerveranstaltungen sieht, und der Kollege mir dann erst mal einen Wein über den Fuß kippt.
Alternativ wäre noch ein Verkauf zum „empfohlenen VK“ drin gewesen: Jarltech hätte enorm verdient, und der Wettbewerber immerhin draufgezahlt. Aber was ist schon Schadenfreude gegen Strategie?
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| aus TITANIC |  Ulrich Spranger 25.04.2011 | Na also!
Da stimmt doch was nicht, sagte ich zur Verkäuferin, die mir das Wechselgeld gab. Stimmt, da stimmt doch was nicht, sagte auch die Verkäuferin. Gemeinsam suchten wir den Fehler und entdeckten dabei zufällig das Typenschild der Registrierkasse. Es handelte sich um eine Maschine der Firma MOGLER-Kassen. Na also, dann stimmt?s ja doch.
Peter P. Neuhaus
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| Telefonterror |  Ulrich Spranger 18.04.2011 | Heute hat die Steinzeit Jarltech erreicht: Telefon tot. Alle, der Multiplexer, die Alarmanlagenleitung, Brandmeldeanlage, alles weg. Arcor hat "Großstörung". Das Internet geht - und fast muss man sagen: Solange das Internet geht, können wir auf das Telefon verzichten.
Gut, dass wir investiert haben und eine zweite Alcatel-Anlage haben, die über die Telekom läuft, ganz ohne Arcor, und bei einer Störung automatisch umschaltet. Nein, die "letzte Meile" ist nicht dieselbe, die Kabel gehen in unterschiedliche Richtungen von unserem Gelände. Naja, die automatische Umschaltung klappt nicht, und manuell dann das Desaster: Null Gespräche. Auch die Telekom "sendet" nicht mehr.
Wie sich herausstellt, teilen sich beide einen Ortsverteiler. Und der ist: kaputt.
Danke an unsere Mitarbeiter, die sofort ihre Handy-Nummern auf der Webseite gepostet haben. Und benutzt haben, damit unsere Kunden und Lieferanten noch mit uns sprechen konnten.
Jedenfalls haben wir jetzt damit zu tun, uns eine bessere Notfall-Lösung zu überlegen. Zwei Firmen, die die Telefonie gegenseitig absichern, aber denselben Verteiler benutzen, sind nur eins: Panne.
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| Warum wir unsere eigene Betriebssoftware entwickeln |  Ulrich Spranger 09.04.2011 | Wenn ich Kunden oder Lieferanten erzähle, dass wir unsere eigene Betriebssoftware nutzen, schauen mich einige mit großen Augen an. In einer Gruppe mit 110 Mitarbeitern hätte man SAP oder Navision erwartet. Nein, das haben wir nicht, und auch aus gutem Grund nicht. Seit ich vor 20 Jahren angefangen habe, habe ich meine ERP-Software immer selbst geschrieben, anfangs unter dBase II. (Mir fällt gerade auf, dass die Word-Rechtschreibkorrektur das Wort „dBase“ nicht mehr kennt:)). Mittlerweile beschäftigen wir ein Team von drei Programmierern, die an unserer „Webfaktura“ arbeiten. Nicht nur die Manpower kostet Geld, die Software muss auch jedes Jahr von einem Spezial-Wirtschaftsprüfer zertifiziert werden. Trotzdem glaube ich, dass diese Software ein echtes Alleinstellungsmerkmal von uns ist, das uns von Konkurrenten unterscheidet.
Wenn bei Jarltech der Chef auf die Idee kommt, einen Blog schreiben zu wollen, und zwar in zwei Sprachen (englische Texte werden von unserer Übersetzerin nachgetragen) und wahlweise mit Twitter-Funktion und Spam-Filter für die Antworten, dann läuft das eben am selben Tag noch. Oder eine Umstellung von DPD auf UPS, ein Wegeführungssystem fürs Lager, ein Konferenzraumbelegungsplan oder oder oder. Unsere Webfaktura arbeitet neben Deutsch und Englisch übrigens auch auf Chinesisch.
Aber viel wichtiger als die Geschwindigkeit ist auch eine neue Rolle, die man als Distributor zwischen Hersteller und Wiederverkäufer einnimmt. Beide wollen voneinander wissen und miteinander kommunizieren, aber die Softwarepakete verstehen sich nicht. Also sind wir als Interface dazwischen. Und ganz ehrlich, wenn ein Kunde sich entscheidet, seine Einkäufe in Zukunft lieber bei uns zu machen, dann kann ich nicht erst irgendwo wochenlang einen Programmierauftrag vergeben, sondern ich will den Umsatz sofort.
Oder werden Sie mal Distributor von HP – die Verzahnung der EDV-Systeme ist eine echte Herkulesaufgabe, aber ich bin mir sicher, dass wir das schneller hinbekommen, als wenn wir einer externen Firma erst erklären müssen, worum es geht. Genauso Wünsche von Kunden. Ein Kunde hatte die geniale Idee, uns sein Briefpapier einzuscannen, damit wir für sein Streckengeschäft Ware mit Lieferscheinen auf seinem Briefpapier drucken können. Superidee, und schon funktioniert das, und zwar für alle Kunden, mit Lieferscheinen in allen wichtigen Sprachen.
Um unsere Software finanziell zu bewerten, haben wir das aktuelle Pflichtenheft an einen Hersteller für Standard-ERP-Software geschickt, mit der Bitte, seine Module so zusammenzustellen und zu ergänzen, dass es für uns weltweit passt. Ergebnis: Knapp 700.000 Euro, inklusive ein paar Monaten Migrationsphase. Natürlich steckt auch jetzt genauso viel Geld in der Software, aber, wir können die Prioritäten für die Weiterentwicklung jeden Tag selbst setzen. Unsere Mitarbeiter haben ein Tool, um Verbesserungsvorschläge zu machen, die dann umgesetzt werden. Das sind immer noch Hunderte, und teilweise geht es doch sehr weit ins Detail. Aber: Es macht den Vertrieb und die Technik schneller und für den Kunden unkomplizierter.
Ein befreundeter IT-Professor sagte mir mal, dass man in der Praxis bei mittelständischen Unternehmen damit aufgehört hat, die großen Softwarepakete zu individualisieren. Stattdessen wird der Ablauf des Betriebs einfach an die Standardsoftware angepasst, das ist oft letztlich billiger. Na schön – aber ich denke, unsere Firma unterscheidet sich durch seine Arbeitsweise von anderen Firmen, und das möchte ich nicht verlieren. Wenn sich am Ende alle Firmen an die drei großen Softwarepakete angepasst haben, dann arbeiten endlich alle gleich …
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| Computerwoche aus 1979 |  Ulrich Spranger 01.04.2011 | Hier ein Link zum Computerwoche-Archiv zur Einführung von Barcodes und NCR Kassen bei Tengelmann. Echt witzig, besonders die Preise:
Computerwoche 1979
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