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 JARLTECH CEO-BLOG
 Liebe Telekom!
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
06.08.2014
Nichts Neues im Taunus: Gewitter rund um die Usinger Firmenzentrale von Jarltech.
Es blitzte und donnerte ohne Unterlass, bis es kam wie es kommen musste, der Blitz mit einem lauten Knall in nicht sehr weiter Ferne einschlug und sämtliche Unternehmen in der Nachbarschaft außer Gefecht setzte -- internet-technisch.

Schnell wurde klar, dass der Verlust der Glasfaser-Internetleitung wohl irgendwie mit einem Blitzeinschlag zusammenhing. Ein Anruf bei der Telekom in der Nacht ergab, dass das alles mit den Leitungen zusammenhängt, und wir könnten beruhigt nach Hause gehen, es läuft gleich wieder. Leider nein, und ebenfalls leider lief die Telekom nicht zu Höchstleistungen auf. Und wir reden hier nicht von einem einfachen DSL-Anschluss, sondern von unserer glasfasernen Lebensader.

Nachdem in der Nacht das Netz weg war, kam der Techniker am nächsten Morgen gegen 8 Uhr um festzustellen, dass unser Internet weg ist, gleichwohl die Glasfaserstrecke nach Frankfurt intakt ist. Gut soweit, dachte ich mir, dann wird das Problem ja schnell behoben sein.

Pustekuchen! Packt der Techniker doch zusammen mit den Worten: "Ich bin nur für die Netzverfügbarkeit der Glasfaserstrecke zuständig. Offenbar liegt das Problem am Router und dafür bin ich nicht zuständig!" Ein Kollege aus der Nähe wird sich zeitnah bei Ihnen melden. Anrufen konnte man den leider nicht, und so liefen unsere Notpläne an, um unsere Lieferfähigkeit sicherzustellen. Das wenigstens hat problemlos funktioniert -- aber unsere Lieferungen macht ja auch nicht die Telekom.
Nix zu machen, erst um zwölf Uhr telekommt dann der zweite Telekommer bei uns an, prüft den Router und stellt die Diagnose: "Der Router ist vermutlich defekt, der reagiert weder auf interne noch externe Anfragen und muss getauscht werden." Wussten wir schon. Also her mit dem Ersatz-Router! Antwort der Telekom: "Gibt's nicht, nur in Hannover." Super. Wir haben nicht nur Verträge mit Kurieren, sondern hätten sogar mit dem Jarltech-Jet das Ding in einer guten Stunde herbeigeschafft.
Ein mitleidig dreinschauender Mitarbeiter des T-Vereins macht Erklärungsversuche, warum das leider mit den eigenen Prozessen nicht in Einklang zu bringen ist, und erklärt uns, dass der Router nur durch den eigenen Telekom-Kurier-Service geliefert werden kann. Zudem muss ein Zwischenstopp in Gießen zur neuen Konfiguration eingelegt werden, welcher natürlich wiederum wertvolle Zeit kostet. Man könnte die auch emailen und einspielen, aber das geht nicht, denn die Konfiguration ist "geheim".

Alle Versuche unseres Administrators, die Telekommer zu unterstützen, den Router bei dem Fachhändler um die Ecke zu besorgen oder den T-Com Router von Hannover zu uns einfliegen zu lassen, gar die Konfiguration selbst via Telefonsupport der Telekom vornehmen zu lassen, wurde über alle Register hinweg abgelehnt.
Das ist enttäuschend, kostet doch die Leitung alleine eine fünfstellige Summe im Jahr. Und alle Zeitangaben, wann denn was erledigt wäre, waren genau so, dass sich ein Umschalten auf die Arcor-Backupleitung nicht gelohnt hätte.

Letzten Endes gab es doch noch ein Happy End, denn um 20 Uhr tauchte dann doch noch ein sehr netter Telekom-Mitarbeiter mit dem letzten in Deutschland verfügbaren Cisco Modul auf, auf das mittlerweile die Fehlfunktion zurückgeführt werden konnte. Dieses wurde innerhalb von 5 Minuten durch seine Auszubildende gewechselt und in den Schrank zurückgebaut. Nach genau 15 Minuten und einem Telefonat mit der Telekom Technikzentrale lief das Internet wieder. Das hätte deutlich eher passieren müssen!
Schlimm ist die Ohnmacht, dass man bei der Telekom niemanden anrufen kann. Die Techniker rufen grundsätzlich mit unterdrückter Handynummer an. Die Leute sind alle ausgenommen nett und fähig, aber verstecken sich. Wir dachten, nur noch die CIA ruft heutzutage noch mit unterdrückter Nummer an.

Natürlich müssen wir uns auch an die eigene Nase fassen. Obwohl wir aus Sicherheitsgründen mehrere Netzanbieter nutzen und jeder Router oder Server im Haus doppelt vorhanden ist -- nur dieser eine mysteriöse Telekom-Router war die Schwachstelle und nicht doppelt vorhanden. Das darf nicht sein -- ich frage mich nur, ob wir so ein Ding von der Telekom bekommen können, weil dann hätten wir ja auch die megageheime Konfiguration doppelt. Es würde ja auch reichen, wenn die Telekom im Großraum Frankfurt sich mal einen Glasfaserrouter auf Lager legen würde.

Ein Router der so viel kostet wie ein gebrauchter Mittelklassewagen nutzt uns offensichtlich recht wenig, solange die Konfiguration bei der Telekom hinter verschlossenen Türen stattfindet. Außer der Telekom und vermutlich der NSA kennt niemand diese ultrageheimen Daten.

Liebe Telekom, da ist noch Luft nach oben!
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 Russische Panzertechnik?
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
29.07.2014
Eben erreicht mich ein E-Mailing, in dem für METO / ARGOX Etikettendrucker geworben wird: "Drucken mit russischer Panzertechnik."
Wir konnten das erst nicht fassen. Unsere Meinung: Geschmackloser geht es nicht in der aktuellen Situation.

Unser Tipp: Wenn man schon kein Feingefühl hat - trotzdem gelegentlich mal das Hirn einschalten.
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 Neue Masche
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
30.06.2014
Es ist schon bemerkenswert: Da versucht ein Hersteller von Etikettendruckern reihenweise und quer durch Europa, bei uns über einen Headhunter Mitarbeiter abzuwerben. Als das ohne Erfolg bleibt, kommt das Angebot: "Will Jarltech nicht unser Distributor werden?" ? Nein, wollen wir nicht.
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 Sam's Chili con Carne
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
09.06.2014
Auf unseren "Networking Dinners" im Mantis in Frankfurt servieren wir traditionell um Mitternacht ein Chili con Carne. Mittlerweile häufen sich die Anfragen, was das Geheimnis ist, warum es so lecker schmeckt. Der Chef des Hauses hat freundlicherweise sein Rezept freigegeben:

Sam's Chili con carne

250 g Zwiebelwürfel
3 Knoblauchzehen
1 Thai-Chilischote
in Olivenöl anbraten
1 kg Rinderhackfleisch dazugeben
mit Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel und einem Bund gehacktem Koriander würzen
mit 250 ml Rotwein ablöschen
2 Lorbeerblätter, 2 EL Tomatenmark und 250 gr. feines Wurzelgemüse dazugeben
1,2 Liter geschälte Tomaten mit etwas Koriander und einer halben Jalapeno-Chilischote pürieren, zum Hackfleisch dazugeben und etwas einkochen lassen
700 g Kidneybohnen und 300 g Mais hinzugeben
mit Salz, Pfeffer und Kreuzkümmel abschmecken
nach Bedarf und Geschmack etwas Fleischbrühe und getrocknete Chilischoten dazugeben

Guten Appetit und bis zum nächsten Mal in Frankfurt!
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 Es nervt!
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
22.05.2014
Richtig ärgerlich ist es, wenn Bewerber erst bei der Anreise merken, wie weit weg die Firma von ihrem Wohnort ist. Kann man sich sowas nicht vorher anschauen? Müssen wir hier alle sitzen vor Kaffee und Keksen, nur um dann einen Handy-Anruf zu bekommen: "Ich drehe wieder um, das ist mehr als zehn Minuten weg von zu Hause."

Natürlich kam der Anruf erst 20 Minuten, nachdem der Termin beginnen sollte.

Zum Glück waren wenigstens die Kekse gut :)
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 Zebra kauft Motorola
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
15.04.2014
Heute beschäftigt uns die Meldung, dass Zebra Motorola kauft. Für 3,5 Milliarden US-Dollar, laut Reuters. Hochinteressant, hätte man aber auch vorher drauf kommen können. Schließlich muss Zebra Honeywell etwas entgegen setzen, die sich mit Intermec ja nun auch eine Druckerlinie zugelegt haben. Wir fragen uns natürlich besonders, wie sich das auf die Distributionslandschaft in Europa auswirken wird. Es werden einige Klumpenrisiken entstehen, auf Hersteller- wie auch auf der Distributionsseite. Es bleibt spannend!
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 Unsere iPhone-App für Service-Techniker
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
03.04.2014
Unsere iPhone-App für Service-Techniker ist da - einfach nach "Jarltech" im App-Store suchen. Ist ein Mitarbeiter eines unserer Reseller im Service-Einsatz beim Endkunden, so kann er einfach den Seriennummern-Barcode eines defekten Gerätes einlesen und bekommt den Garantiestatus rückgemeldet. Auch Service-Verträge werden berücksichtigt. Angezeigt wird auch die landesspezifische Rücksendeadresse, die man sich auch per E-Mail zusenden kann.
Die Android-Version ist auch fertig, wird aber noch gecheckt. Anfang nächster Woche ist es soweit.
Unsere bekannte "Web-App", die es ja schon seit Jahren gibt, liefert alle anderen Jarltech-Inhalte (auch meinen Blog) bequem auf Ihr Mobilgerät. Die Funktionalitäten unserer verschiedenen Apps legen wir in den nächsten Wochen zusammen.
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 Das erste Quartal 2014 ...
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
02.04.2014
Ich freue mich, dass unser Team den Auftragseingang wieder um 23% gegenüber dem Vorjahresquartal steigern konnte. Solche Nachrichten passen zum tollen Wetter.
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 Hersteller zetteln unnötigen Preiskrieg an
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
06.02.2014
Aktuell laufen bei uns beinahe täglich "Verhandlungen" über die Ziele für das Kalenderjahr. Diese werden bei allen Herstellern immer erst dann beschlossen, wenn 1/5 des Jahres bereits vergangen ist. Das Wort "Verhandlungen" steht in Anführungszeichen, weil in den meisten Fällen eine Vorgabe da ist, zu der wir dann "ja" sagen dürfen. Ausrede dafür: "Vorgabe aus USA / Japan / woher auch immer", und "das Management bekommt auch erst seinen Bonus, wenn ein Wachstum XX erreicht ist".

Das ist keine schöne Ausrede, denn sie heißt übersetzt: "Ich hatte schon keine Eier, um mich bei meinen Vorgesetzten durchzusetzen, also gebe ich einfach meinen Druck in der Supply Chain weiter und hoffe ihr haltet die Klappe".

Es stimmt, dass wir im letzten Jahr bei allen wichtigen Herstellern unsere Ziele erreicht oder überschritten haben, und das ist schön so, denn dafür bekommen wir Zielerreichungsboni. Da das letzte Jahr sehr gut lief, habe ich allerdings den Eindruck, dass einige Hersteller in diesem Jahr schlicht "überschnappen". Wenn ein Marktführer meint, 14% oder sogar 20% Wachstum sind nötig, um einen Bonus für die Distribution zu rechtfertigen, dann stimmt etwas nicht.

Das Marktumfeld mag für Jarltech gut sein, aber der ein oder andere Distributor muss durchaus mit einem Minus im Umsatz leben. Somit sollten doch erst mal die Underperformer höhere Ziele bekommen und sich endlich anstrengen, und nicht die Outperformer immer wieder für ihre gute Leistung aus dem Vorjahr bestraft werden.

Wenn die Boni, die für die Profite so wichtig sind, von unrealistischem Wachstum abhängen, führt das letztlich eben nur dazu, dass sich alle Distributoren die Preise um die Ohren hauen. Einer unserer Hersteller nimmt sogar einen neuen Großhändler auf und meint dennoch, alle anderen könnten um 10% wachsen.

Liebe Hersteller - die das betrifft -, denkt doch noch einmal nach: Wenn ein Ziel unrealistisch ist, wird man entweder gar nicht erst versuchen, dieses Ziel zu erreichen, und sich auf andere Produkte konzentrieren - und ihr verliert Umsatz. Oder aber, man kämpft mit Biegen und Brechen (was bedeutet: Preissenkungen), und damit klappt die Marge zusammen. Und sind die Preise erst mal ausgelutscht, dann wird unser Vertrieb spätestens im nächsten Jahr die Produkte eurer Konkurrenz pushen. Ein Preiskrieg bringt uns alle nicht weiter ...
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 Stilfrage
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
17.12.2013
Das stilloseste überhaupt zur Weihnachtszeit sind Massen-Emails mit vorgefertigten Weihnachtsgrüßen. Bitte: nicht machen. Das ist OUT. Schickt eine Karte, oder ein Geschenk, aber das ist leider einfach nur: Spam. Und peinlich noch dazu.
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 Das passiert ohne Distribution: Kunden gehen verloren
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
10.12.2013
Eine ganz schlimme Branche in Bezug auf Distribution ist für mich das Geschäft mit hochwertigen Möbeln. Überall gibt es tolle Möbelgeschäfte, aber alles was oberhalb von Ikea oder Segmüller angesiedelt ist, gibt es nur mit unendlichen Lieferzeiten. Warum ist das so? Ist das, was in den Ausstellungen steht, ohnehin nur Herstellereigentum? Das Produktprogramm ist oft gar nicht so groß, das müsste ein Distributor im Hintergrund doch schaffen können? Einfach ein Drop Shipment direkt vom Distributor zum Endkunden ein paar Tage später, und alle sind zufrieden.

Neulich bekamen wir zu Hause zwei Stühle geliefert - ich hätte die Anlieferung fast verweigert, weil ich völlig vergessen hatte, dass wir die vor ein paar Monaten bestellt hatten. Wie geht das, ein kurzfristiger Umzug, aber erst nach 16 Wochen kommt die neue Couch aus Italien?

Ich denke, hier gibt es Handlungsbedarf, denn die Hersteller verlieren Business, wenn die Möbel nicht lieferbar sind. Ich habe schon oft etwas anderes gekauft, einfach weil es das gewünschte Produkt nicht gab. Ich habe auch schon Möbel in China auf Maß anfertigen lassen, weil die in zehn Tagen fertig waren, plus noch vier Wochen Verschiffung, das hätte kein Möbelhaus aus Frankfurt geschafft. Unsere Tische zu Hause kommen von einem Schreiner - nicht nur, weil sie individuell sein sollten, sondern weil wir einfach gar nicht die Lust hatten, durch Möbelhäuser zu gehen um letztlich dann den Wohnzimmerumbau um drei Monate verschieben zu müssen.

Wenn jemand von Ihnen noch eine Investmentidee braucht: hier ist was zu holen!
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 Fragen Sie doch Herrn Neumann!
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
24.10.2013
Gegen Werbeanrufe kann man sich oft mit einem freundlichen "Danke" wehren. Die meisten Anrufer sind ja sehr nette Menschen. Böse bin ich nur, wenn sich mal wieder jemand zur mir mit Lügen durchstellen lässt à la "ich war mit dem Herrn Spranger bei der Bundeswehr" (wo ich nie war) oder "in der Schule" (wo ich selten war) oder ähnliches.

Allerdings gibt es auch Firmen, wo man niemals von der Liste kommt. Jede Woche ruft dann jemand an "Wer ist denn bei Ihnen zuständig für ..."

Dafür gibt es bei uns jetzt: Herrn Neumann! Denn statt einfach aufzulegen und wieder und wieder dieselben Anrufe zu bekommen, antworte ich lieber:
"... dafür ist bei uns nur der Herr Neumann zuständig. Da Herr Neumann taub ist, können Sie ihn leider wirklich nur per Email an dirk.neumann@jarltech.de erreichen, eine andere Möglichkeit gibt es nicht."

Manchmal gibt es ja Newsletter, die man nicht so einfach abbestellen kann, weil man an einem bestimmten Anbieter Interesse zeigen muss. Aber ein kurzer Hinweis per Email, künftige Nachrichten doch bitte an Herrn Neumann zu adressieren, ist höflich, und das Problem ist gelöst.

Und siehe da ... es funktioniert. Die Anrufe werden weniger, und ob Herr Neumann E-Mails bekommt oder nicht, sehe ich nicht, da ich für ihn ein 16-stelliges Passwort gewählt habe, ohne dabei auf die Tastatur zu schauen.

Lustig finden wir es, dass mittlerweile auch Post für Herrn Neumann hier ankommt. Kataloge, Werbegeschenke und sogar Einladungen. Auch diese Post nervt nicht, denn sie kann ja direkt in den Mülleimer. Da Herr Neumann mittlerweile schon in etlichen Marketinglisten steht, und man dort offenbar niemanden als taub markieren kann, rufen auch immer wieder Firmen an für ihn, zum Beispiel mit den neuesten Kapitalanlagetricks direkt aus London. Natürlich würde jeder Anrufer behaupten, dass er natürlich nicht "unaufgefordert" anruft, sondern mit Herrn Neumann schon lange in einer Geschäftsbeziehung steht.

Was mir gerade noch einfällt: Ich bitte auf diesem Wege unsere Marketing-Abteilung, mir unbedingt Visitenkarten mit den Daten von Herrn Neumann zu drucken, die ich dann auf Messen verwenden kann.

Es ist Mittagszeit, da rufe ich mir mal den Herrn Neumann in den Konferenzraum, dann kann ich wenigstens ungestört Besprechungskekse essen. Und wenn Sie sich mal was von der Seele schreiben möchten, schreiben Sie einfach an dirk.neumann@jarltech.de, er ist ein guter Zuhörer und nervt Sie garantiert nicht!
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 Promo-Wahn als letzter Ausweg
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
11.10.2013
Jarltech hat auch im abgelaufenen Quartal alle von den Herstellern gesetzten Ziele erreicht oder übererfüllt, wir freuen uns auch weiterhin über stetiges, zweistelliges Wachstum.
Was lustig ist, weil manche Wettbewerber, die Umsatz verlieren, in Ihren Analystenkonferenzen immer wieder sagen: »Wir verlieren zwar Umsatz, aber wir gewinnen Marktanteile.« Sorry: glatt gelogen. Aber ich muss eure Aktien ja nicht kaufen.

Dass im Markt auch der ein oder andere Hersteller Punkte verliert, sieht man daran, dass einige Hersteller wieder ganz tief in die »Promo«-Kiste greifen, um den Absatz anzukurbeln.

Ganz weit vorne bei diesem Treiben ist ein großer Hersteller von uns, der doch tatsächlich acht »Promos« auf einen Schlag zum 1. Oktober ausgebrütet hat. Dabei sollen teilweise unsere Mitarbeiter direkt für den Absatz bezahlt werden (was wir nicht leiden können, denn eigentlich möchten wir selbst entscheiden, welche Produkte wir fördern). Wenn auf unserem Networking-Dinner ein Herstellermitarbeiter einen Preis gewinnt, gibt es sofort Compliance-Terror - aber direkt Bargeld an unsere Mitarbeiter auszahlen, das können die Konzerne plötzlich.

Oder es gibt massive »Back-Rebates« auf Produkte, die sich dadurch auch nicht besser verkaufen. Unsere Händler kaufen nun mal nicht 100 Scanner extra, wenn dem kein Auftrag gegenübersteht.

Und wenn ich einen Scanner-Preis um 30% senke, dann muss ich massiv mehr verkaufen, um auf einen ähnlichen Umsatz zu kommen. Natürlich trommeln wir Distributoren dann auch, dass entsprechend die Quartalsziele gesenkt werden müssen. Da nun alle Distributoren 30% mehr verkaufen sollen, geht ganz logisch auch der Preis in den Keller. Es hat gerade drei Tage gedauert, bis die Promos per Daten-Feed in sämtliche Endkunden-Webshops durchgesickert sind - und damit wird dann auch das Produkt für ein Softwarehaus uninteressant, weil es ja nichts mehr zu verdienen gibt.

Offenbar will der ein oder andere Manager auf Biegen und Brechen sein Quartalsziel erreichen - aber vielleicht sollte man da lieber mal mit seinem Arbeitgeber die Ziele realistisch neu verhandeln, anstatt massiv Marge zu verschenken und den Channel zu verärgern.

Sucht man aber nach diesem Verursacher: Jeder Mitarbeiter dieses Herstellers, den man anspricht, findet diesen Promo-Wahn vollkommen überflüssig und hinderlich, und keiner will es wieder gewesen sein. Vielleicht war es ja nur ein Hacker der Konkurrenz, und das alles ist am Ende nur ein blöder Spaß gewesen.
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 Jarltech Networking-Dinner II/2013
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
02.10.2013
Ein tolles Fest. Danke an alle, die geholfen haben!
Jarltech lädt mindestens zweimal im Jahr sämtliche Mitarbeiter aus EMEA nach Frankfurt ein und dazu die Mitarbeiter einiger Hersteller. Über die Jahre haben wir das Fest perfektioniert, die beiden Bands waren diesmal erst um drei Uhr müde, und die letzten Gäste gingen erst um sieben - um sich mit Kollegen zum Frühstück zu treffen :)
Die größte mobile Carrera-Bahn Europas hat auch etliche "Spielkinder" in Ihren Bann gezogen.
Der Kostenapparat für so ein Fest ist natürlich gigantisch, insbesondere wenn man kein mickriges Büffet anbieten möchte, sondern seine Mitarbeiter und Partner belohnen will. Es gibt durchaus Veranstaltungen mancher unserer Hersteller, bei denen man auf den Gedanken kommen könnte, man hat etwas Böses getan, wenn man das Catering sieht.
Dankenswerterweise bekommen wir von eingen Herstellern Beträge in Form von Sponsoring, dennoch bleibt die Hauptlast auf unseren Schultern. Deswegen wird so ein Event auch immer wieder kontrovers diskutiert, am Ende sind wir aber jedes Mal wieder einstimmig dafür.
Wir finden, dass eine Firma, die allein in Europa und dem Mittleren Osten auf 14 Standorte verteilt ist, unbedingt ein Forum zum Gedankenaustausch in lockerer Runde benötigt. Wir glauben auch, dass es Sinn ergibt, wenn ein Kundenbetreuer eines Scannerherstellers aus Spanien mal unsere Zentrale sieht, und sich auch mal mit einem Country Manager aus den Niederlanden austauschen kann. Auch unsere Mitarbeiter aus dem Vertrieb in Polen sollen wissen, wer in Usingen letztlich ihre Pakete packt, oder die Spesenabrechnungen entgegennimmt.
Nach jedem Networking-Dinner ist mein iPhone vollgetippt mit neuen Ideen aus mindestens fünfzig kurzen Unterhaltungen.
Unbedingt zu beachten ist allerdings meine letzte Notiz des Abends: Am Folgetag keine Termine!

P.S.: Fotos vom Event und ein kurzes Video finden Sie unter www.facebook.com/jarltech

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 Ab in den Urlaub?
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
31.07.2013
Aus der Bankenwelt höre ich immer öfter, dass Bankmanager während Ihres Urlaubs gar nicht erreichbar sind. Und das mit Zwang: einige Banken kappen den Blackberry-Feed, schließen alle E-Mail-Adressen und dazu kommt noch, dass alle Zugänge zum Banksystem für den Mitarbeiter gesperrt werden. Drastisch für den, der arbeiten will. Oder für den, den eine gelegentlich Email nicht stört, und der es hasst, tagelang vor dem Urlaub alles 100% aufzuräumen und zu übergeben.

Hinzu müssen Mitarbeiter sich verpflichten, mindestens einmal pro Jahr zwei Wochen Urlaub am Stück zu nehmen, oder das Unternehmen legt einen Zwangstermin fest.

Mein Verdacht, dass das eine Aktion aus Gründen des Arbeitsschutzes sei, um Leistungsträger für Ihren Willen zu bestrafen, geht komplett daneben. Nein - die Geschäftsleitung ist es, die mit aller Macht diese Regel durchsetzt. Denn wer mit Bank- und Kundengeldern an den Wertpapiermärkten spielt, könnte ja auch die Bank betrügen, oder zumindest versuchen zu vertuschen, was gerade nicht so gut läuft.

Das Kalkül ist, dass nach spätestens zwei Wochen Inaktivität, oder Übernahme durch eine fremde Vertretung, 90% aller Betrugs- und Verheimlichungsversuche auffliegen. Na denn - ab in den Urlaub. Nicht als Belohnung, sondern weil Dein Chef Dir nicht traut und so viel geschickter prüfen kann, was Du eigentlich machst.

Als Nebeneffekt fallen dann auch mal schnell Roaming-Gebühren für 100.000 Angestellte weg. Passiert wirklich ein Notfall, kann man ja die Hotelanschrift hinterlassen :)

P.S.: Meine Rechtschreibkontrolle sagt, sie kennt das Wort "Urlaub" nicht. Da musste ich kurz lachen. Aber: es war ein Grammatikfehler. Vielleicht bin ich auch langsam urlaubsreif.
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 Das erste Halbjahr 2013
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
18.07.2013
Ein Plus von 46% gegenüber dem Vorjahr ist schlicht ein tolles Ergebnis. Bereinigt man diese Zahl um die neue Tochterfirma "Jarltech China", so bleibt noch ein Zuwachs von 35% im Auftragseingang.
Einen noch besseren Geschmack bekommt das Ergebnis, wenn man in der Berichterstattung der Wettbewerber - seit teilweise mehreren Quartalen - Rückgänge sieht. Somit wächst Jarltech sogar überproportional im Marktanteil.

Wir sind insbesondere auch darauf stolz, dass wir auch im Heimatmarkt Deutschland / Österreich / Schweiz weiterhin zweistellig gewachsen sind. Dieser Bereich macht 45% unseres Umsatzes aus.

Um das Wachstum weiterhin zu stemmen, sind wir weiterhin in vielen Ländern auf der Suche nach neuen Mitarbeitern, insbesondere im Vertrieb. Auch die Ausbildungstätigkeit schreitet weiter voran, so haben wir im Juni die Übernahme von sechs Auszubildenden in Deutschland gefeiert.

Bilder zu Jarltech finden Sie übrigens ständig unter www.facebook.com/jarltech
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 Vom Himmel gefallen
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
13.07.2013
In den letzten Jahren bin ich jeweils mindestens 150 mal von einer Startbahn abgehoben, und die Zahl der erfolgreichen Landungen deckt sich bislang glücklicherweise exak mit der Zahl der Starts. Die Unfälle in der Luftfahrt werden weniger, und verlagern sich geographisch auch immer mehr in die Regionen, in denen mangels anderen Geräts uralte Mühlen eingesetzt werden.

Als Luftfahrtfreund und als Berufspilot (keine Angst, ich fliege schon lange nicht mehr selbst) weiß ich gut, wie schwer es ist, einen modernen Jet kaputt zu machen. Das erfordert entweder Mutwilligkeit, grobe Dummheit oder miserables Training. Es ist nicht zu glauben, dass es trotzdem immer wieder passiert, auch bei Mitgliedern der globalen Luftfahrtallianzen.

Wo sollte man einsteigen? Ich habe das Glück, meistens die sichersten Fluggesellschaften der Welt nutzen zu können, wie Cathay Pacific, Emirates oder Singapore Airlines. Aber was sagt eine Statistik aus? Thai Airways fliegt mit modernsten A380, Turkish Airlines wurde gerade wieder zur besten Fluglinie Europas gewählt und China Airlines kommt aus Taiwan, einem der modernsten Länder der Welt. Frankreich hat eine riesige Tradition im Flugzeugbau, und totzdem scheint gerade Air France eklatante Mängel in der Pilotenausbildung zu haben. Trotzdem haben gerade diese Gesellschaften in ihrer Vergangenheit viele Tonnen Flugzeugschrott produziert und deutlich mehr Menschen auf dem Gewissen als manch andere Gesellschaft. Aber auch wenn der letzte Unfall zehn Jahre her ist - genügt das, eine Schulungskultur zu ändern? Wird, nur weil es ein neues Trainingsprogramm gibt, der junge Copilot dem erfahrenen Kapitän widersprechen und ein "Go-Around" anordnen, wenn "der Alte" die Landung versaut?

Man kann es sich ja leider auch nicht immer aussuchen. Ein innerchinesischer Flug kann eben nicht immer mit der Bahn ersetzt werden, und kann man wirklich immer vorher analysieren, ob die Piloten "einen guten Tag haben" oder überarbeitet sind? Was bringt mir eine Statistik, wenn eine Airline erst ein paar Monate alt ist?

Gerade in Asien gibt es massenhaft nagelneue Flugzeuge, dagegen sieht die Lufthansa-Flotte statistisch aus wie Alteisen. Aber ist ein Airbus, der in China hergestellt wird, genausogut wie einer aus Hamburg-Finkenwerder? Natürlich, sagt Airbus. Aber dann müsste es doch auch möglich sein, Piloten zentral auszubilden? Und Crew Ressource Management zentral zu überprüfen?

Ich finde, es gibt hier einfach zu viele Fragen, die Anlass zur Sorge bereiten. Selbst eine Asiana hatte nie einen Unfall mit einer Boeing 777 - dennoch zeigt der aktuelle Fall, dass die Cockpitbesatzung elementare Fehler gemacht hat, nur weil ein Anflug mal nicht dem Standard entsprach. Traurig.

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 Wie man an Telefonkonferenzen teilnimmt
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
17.06.2013
(heute mal ein Text geklaut von: SWISSCOM)

Telefonkonferenzen nerven.

Klar, wir sind (unter anderem) ein Kommunikationsunternehmen, und eine «Telko» statt eines Meetings spart Kosten und kommt damit nicht nur uns, sondern auch unseren Kunden und der Umwelt zugute. Trotzdem gibt es einige Punkte, die zu beachten sind:

1. Eine straffe Agenda ist bei einer Telefonkonferenz nicht von Bedeutung. Die Kollegen können ja wie gewohnt an anderen Sachen weiterarbeiten, wenn ihnen langweilig ist. Sind sie gerade unterwegs, haben sie ja sowieso nichts Besseres zu tun.

2. Auch wenn du gerade nichts zu sagen hast, bediene nicht die Stummschaltung deines Apparats, damit du dich jederzeit prompt ins Gespräch einbringen kannst. Etwaige Hintergrundgeräusche sollten die anderen Teilnehmer gewohnt sein und tragen außerdem zu einem authentischeren Erlebnis bei.

3. Wenn du unterwegs bist, lasse dies die anderen Teilnehmer wissen, wenn sie es nicht sowieso an Bahnhofsdurchsagen oder vorbeifahrenden Zügen hören können (das Mikrofon bleibt ja offen!). Es unterstreicht deine Wertschätzung gegenüber den Kollegen und der Sache.

4. Bist du sowieso gerade im Zug, scheue dich nicht, Firmeninterna am Telefon zu besprechen. Du kannst so zur Public Relations deines Unternehmens beitragen.

5. Was gibt es moderneres, als Powerpoint-Folien via Desktop Sharing in der Telko zu besprechen? Die anderen Teilnehmer werden es lieben, wenn du deine textlastigen Folien per Telefon in allen Details erklärst.

6. Im Gegensatz zum echten Meeting stört es in der Telko nicht, wenn du zu spät kommst oder früher gehst. Diesem Umstand kannst du abhelfen, indem du alle Teilnehmer noch einmal persönlich begrüßt und die Gründe für deine Verspätung ausführlich erläuterst.

7. Eine Zusammenfassung des Gesagten oder gar ein Protokoll ist bei einer Telko nicht nötig, schließlich haben ja alle (na gut, bis auf die per Handy eingewählten) Kollegen die ausführlichen Powerpoint-Slides gesehen, die ja für sich selbst sprechen.

8. Auch wenn die Sprachqualität wegen der Tunnel mitunter eher an Kurzwellenfunk erinnert: Mundart ist trotzdem in Ordnung!
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 Geschäftsschädigung durch den Zoll?
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
23.04.2013
1) Das Zollwesen und die IT-Branche sollten an sich schon Freunde sein, denn es gibt dort auf die meisten Waren ganz einfach keine Zölle. Ein Gerät mit einem Stromkabel kostet keinen Zoll. Bekommen wir aber 100 Geräte, dazu 60 Kabel für Deutschland und 60 für England, die wir dann wahlweise dazu legen, dann sagt der Zoll: das passt ja nicht zusammen, also muss für die Kabel Zoll gezahlt werden.
Ärgerlich, aber dennoch Kleckerbeträge.
So begab es sich, dass auch eine Zollprüfung für einen Zeitraum von mehreren Jahren uns hier in der Zentrale nicht nur wochenlang Arbeit bereitet hat, sondern auch mit einer winzigen Nachzahlung endete - wie zu erwarten war.
Es ist ja nicht so, dass man beim Zoll einfach angeben kann, was man will: Gelegentlich wird eine Zollbeschau angeordnet, und schon damit sind Stichproben sichergestellt. Positiv fiel hier nur auf, dass der Prüfer sehr freundlich war und wir nebenbei noch einiges gelernt haben.

2) Jetzt kommt es doller: Auch der Zoll macht mal einen Fehler und tarifiert etwas falsch ein. In unserem Falle Touchscreen-Monitore als Fernseher. Schaden für uns: 70.000 Euro. Ein glasklarer Fehler, kann passieren, und ein Rückerstattungsantrag sollte problemlos durchlaufen. Das tat er auch, es hat aber knapp über ein Jahr gedauert - und es hieß nur von allen Seiten: Da habt Ihr ja noch Glück gehabt. Und bei telefonischen Nachfragen beim Zoll: Bitte rufen Sie nicht mehr an. Schriftliche Nachfragen? Keine Antwort. Und das, wo der deutsche Staat doch angeblich so gut organisiert ist.

3) Was uns dann wirklich geärgert hat, war eine Lieferung Kassenschubladen über den Hamburger Hafen in der letzten Woche. Für den Container wurde eine Beschau angeordnet. So was dauert maximal eine Stunde und ich habe auch schon mal dabei zugesehen: Der Container wurde geöffnet, die Beamten haben kurz von hinten reingeschaut, Container zu - 30 Sekunden.
Geschäftsschädigend wurde es nur dadurch, dass für diesen kurzen staatlichen Akt, dessen Sinn ich ja gar nicht anzweifeln möchte, dann plötzlich zehn Tage Vorlauf benötigt wurden. "Wir haben zu viel zu tun." Gut, aber die Wirtschaft muss doch laufen? Können so was nicht mal Nachtschichten oder Zeitarbeiter machen? Alternativ eben eine 24h-Frist, und wenn der Zoll in der Zeit den Container nicht anschauen kann, ist er eben freizulassen? Wie sollen wir Kunden das erklären, dass die Ware einfach nur rumsteht?

Meine Güte, lieber Zoll - get your act together - und versuche doch bitte, die Wirtschaft so wenig zu behindern, wie es eben geht. Der Zoll sollte sich als Dienstleister der Wirtschaft verstehen, sie vor Dumpingpreisen, Schwarzarbeit, krimineller Ware und Plagiaten schützen - und dies in einer angemessenen Geschwindigkeit. Es ist doch nicht schön, wenn alle immer auf einen schimpfen!
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 Unsere erste Hausdurchsuchung
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
17.04.2013
Der Tag fängt schon mal ausgesprochen gut an, wenn nicht nur die Sonne scheint, sondern auch gleich morgens früh eine fünfköpfige Einheit der Kriminalpolizei mit einem Durchsuchungsbeschluss in der Firma auf einen wartet. Daneben unsere leicht erschrockene Büroleiterin.

Es war klar, dass die Sache nicht uns gelten konnte, denn wegen gutem Service ist ja noch keiner verhaftet worden (haha) und das Mädchen auf unserem Katalog ist weder nackt noch minderjährig.

Was jedoch erschreckend ist, ist das Ausmaß der Straftat, wegen der nicht nur bei uns, sondern auch bei fünf weiteren Firmen ermittelt wird. Da hat doch tatsächlich ein langjähriger Mitarbeiter eines Lieferanten - über drei bis vier Jahre hinweg - Ware im Wert von etwa einer Million Euro an seinem Arbeitgeber vorbei verkauft. Und zwar an Distributoren, die dachten, sie kaufen die Ware direkt.
Diese Informationen stammen übrigens nicht aus dem Verfahren, sondern von der betrogenen Firma, die uns bereits vor Monaten in Kenntnis gesetzt hatte.

Wir zum Beispiel haben direkt beim Hersteller per E-Mail bestellt, die Ware kam dann oftmals aber von einer Firma, die dem Betrüger gehörte. Die Begründung lautete, dass es noch einen Rechtsstreit gäbe mit einem ehemaligen "Exklusivdistributor" des Herstellers, daher müsse dieser Umweg gewählt werden. Bezahlt wurde demnach auch an diese Firma.

Dumm ist nur, dass wir dann irgendwann mal Retourware hatten, und diese ging natürlich direkt an den Hersteller zurück. Dort wunderte man sich über Geräte mit "zweifelhaften" Seriennummern und begann dann zu ermitteln.

Der Hersteller gehört übrigens einem Investor, und an dessen Stelle hätte ich zuerst mal den Geschäftsführer entlassen. Betrügen ist zwar böse, sich betrügen zu lassen aber auch nicht allzu clever - insbesondere über eine so lange Zeit, mit einem so hohen Betrag.

Aber gut, wir konnten genügend Unterlagen beisteuern, die von der Kripo nun sichergestellt wurden (übrigens sehr freundlich und konstruktiv) - es kann allerdings natürlich sein, dass die ganze Mühe umsonst ist, denn der beschuldigte Mann ist ... verschwunden.

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 Ungeduld ist gut!
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
18.02.2013
Ständig predige ich, dass Schnelligkeit ein ganz elementarer Teil der Jarltech-DNA ist. Einerseits bin ich selbst oft davon beeindruckt, wie schnell hier Dinge entschieden werden und dann auch passieren, andererseits gibt es dennoch gelegentlich Beschwerden über unsere Response-Zeiten.

Weil es so schön menschlich ist, suchen wir den Fehler zuerst einmal bei anderen - und, Tatsache: oft beantworten wir Kundenanfragen zu spät, weil wir noch auf Auskünfte von Lieferanten warten. Das betrifft nicht nur den Warenverkehr, oft kommen auch Antworten von Baufirmen oder Dienstleistern zu spät, oder sogar gar nicht. Das ist überhaupt das beste Hobby. Im Sinne von "Unrat vorbeischwimmen lassen" beantwortet man eine Frage eben einfach gar nicht. Ich bin mir sicher, in 30% der Fälle merkt das keiner.

Wenn man weiter schaut, bemerkt man, dass man eine Menge Zeit verliert, weil man Leuten hinterher telefoniert. Schlimm auch, wenn man eigene Mitarbeiter oder Partner an etwas erinnern muss, was diese längst hätten erledigen sollen. Und Ungeduld ist besonders auch gegenüber Lieferanten gerechtfertigt, die zwar sechs Wochen und fünf Erinnerungen brauchen, um eine WKZ-Abrechnung zu machen, aber beim ersten Tag Zahlungszielüberschreitung sofort anrufen.

Das ungleiche Maß kennt kein Ende: Unser organisatorisch mit Abstand langsamster Lieferant hat mal wieder an einem Freitag Nachmittag eine hochkomplexe Promo-Aktion veröffentlicht, die sogar rückwirkend (!!) umgesetzt werden soll - und schon am nächsten Werktag nervös angerufen, wo denn unsere Millionenorder für diese Promo bleibt. Unglaublich.

Um unseren Service zu verbessern, unsere Nerven zu schonen und vor allem Zeit zu sparen, haben wir beschlossen, Antworten schneller und aggressiver einzufordern. Es ist die eine Sache, mit Leuten zu sprechen, die nichts entscheiden können - aber dann sollten sie wenigstens in der Lage sein, in ihren eigenen Firmen Entscheidungen in vertretbarer Zeit einzuholen. Der Typ Mitarbeiter "Wir sind ein Großkonzern und der Vorstand tagt nur alle sechs Wochen und ich traue mich auch nicht, nachzufragen" ist dann eben nicht mehr der richtige Ansprechpartner für uns. Wenn ein Kunde von uns mit seinem Kundenbetreuer nicht zufrieden ist, freuen wir uns doch auch, wenn er uns das sagt, und nicht still und leise zur Konkurrenz wechselt.

Was mich persönlich betrifft, können die Leser aus diesem Eintrag zwei Dinge ableiten:
- Bitte versuchen Sie nicht, mich "einzulullen".
- Und umgekehrt: Ich antworte immer sofort, oder gar nicht. Im Falle "gar nicht" bedeutet das, dass ich einfach keine Lust habe, also müssen Sie schon aggressiver nachfragen :) Es ist hiermit gerne gestattet, gleiches Recht für alle ...
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 Nettes Kompliment
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
22.01.2013
Heute freue ich mich über eine E-Mail eines Kunden aus Holland. Schön, wenn bei mir nicht nur immer dann Fälle aufschlagen, wenn etwas nicht perfekt gelaufen ist :) Hier die Mail:

---------------------------------
Hello Ulrich,

We don't know each other yet - but I came across your company via a particular route:

- 16-jan-13, Epson meets a Dutch POS-specialist in New York and recommends Sweebr to him;
- 18-jan-13, 13:59 Epson calls us, explains about a new Epson printer product, well suited for web applications;
- 18-jan-13, 12:42 I order a sample of the product and set a date to meet Epson at 23-jan-13, 15:00
- 18-jan-13, 14:43 your company is introduced (Chris Bruls), CoC# etc. mailed
- 18-jan-13, 15:50 email received "welcome to Jarltech?"
- 18-jan-13, 16:34 email received "Order confirmation"
- 18-jan-13, 18:28 email received "Your products are shipped"
- 18-jan-13, 18:28 email received "Your invoice"

(inserted by myself:
- 21-jan-13, 13:35 products delivered by DPD)

In less than 4.5 hours lead time, from introduction to shipped products. Must say congratulations!.

Kind regards,

Bart Jaspers
Chief Happy Customer Officer

---------------------------------

Natürlich muss ich erwähnen, dass hier noch etwas mehr dazu gehört als die oben genannten Elemente. Zum Beispiel wurde noch der interne Kreditantrag für den Kunden bearbeitet.

Geschwindigkeit ist ja ein Teil der Jarltech-DNA, und unser niederländischer Vertrieb hat hier ganze Arbeit geleistet, unsere Logistik ebenfalls. Man darf aber nicht vergessen, dass unsere IT hier ebenfalls eine erhebliche Rolle spielt:

Unsere ERP-Software ist ja ein komplettes Eigenprodukt, an dem jeden Tag fünf Programmierer arbeiten. An jedem Tag gibt es auch jetzt noch im Schnitt zwei Verbesserungsvorschläge aus dem weltweiten Team. Während unser Lieblings-Wettbewerber damit beschäftigt ist, eine Multi-Millionen-Dollar-Klage gegen sein ERP-Softwarehaus voranzutreiben, freuen wir uns jeden Tag über unsere Software. Das soll kein Plädoyer gegen Standard-Software sein - nur wir sind es eben seit 20 Jahren gewohnt, ein eigenes Produkt einzusetzen. Das ist ganz sicher teurer als eine Standard-Lösung, aber eben bei Jarltech nicht wegzudenken.

Danke nochmal an Bart, you made my day :)
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 Zahlen 2012
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
05.01.2013
So, hier nun die erste erfreuliche Wasserstandsmeldung zu unseren Ergebnissen 2012. Der konsolidierte Gruppenumsatz bewegt sich zwischen 105 und 110 Millionen Euro (bzw. 137 und 143 Millionen US-Dollar), was einer Steigerung von mindestens 30% entspricht.
Neu erfasst sind dabei die Umsätze der Jarltech France SAS sowie teiljährig die der neuen Gesellschaft in China.
Genaue Daten folgen mit der Veröffentlichung der Gruppenbilanz voraussichtlich Anfang April.

Ich wünsche Ihnen allen ein erfolgreiches Jahr 2013!

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 Teamleistung Kochbuch
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
06.12.2012
Ein Jarltech Kochbuch mit 36 Gerichten aus allen unseren Vertriebsgebieten ... gekocht und fotografiert von Jarltech Mitarbeitern, und festgehalten jeweils in der Landessprache und auf englisch. Das war die Idee, die wir im Juni hatten, und eine Herkulesaufgabe für unsere Marketingabteilung.

Ich bin stolz auf meine Mannschaft, dass wir dieses kleine aber sehr individuelle Geschenk für unsere Kunden pünktlich zum ersten Dezember auf dem Tisch hatten. Nach leichten Startschwierigkeiten ("Ich kann nicht kochen" - "Mir fällt nichts ein" - "Keine Zeit") hätte es am Ende dann tatsächlich doppelt so dick ausfallen können.
Danke auch an dieser Stelle für die finanzielle Unterstützung an Datalogic, Honeywell, Epson, Citizen, HP und Panasonic. Vielleicht lassen wir kommendes Jahr unsere Lieferanten kochen für die nächste Ausgabe :)

Wenn Sie Ihr Exemplar noch nicht erhalten haben, rufen Sie einfach Ihren Ansprechpartner in unserem Vertrieb an.
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 Träumereien bei der Unternehmensbewertung
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
11.10.2012
Unsere gesamte Branche ist in Bewegung:
Während wir dieses Jahr schon zwei Unternehmen gekauft haben, scheinen sich andere Wettbewerber gegenteilig zu entwickeln. Allein zwei "Multi-Nationals" zerfallen vermutlich bald wieder in ihre Einzelteile. Ein anderer hingegen, unser "Lieblings-Konkurrent", meldet sinkende Umsätze im letzten Quartalsbericht. Aus unserer Sicht: kein Wunder.

Im Moment habe ich fünf mehr oder weniger konkrete Angebote von Übernahmekandidaten auf dem Tisch. Teilweise sind die Firmen zu klein für den Markt geworden, haben Probleme mit Banken, oder passen bei den Herstellern nicht mehr so richtig in die Channel-Strategie.

Das wäre eine schöne Gelegenheit, unser Wachstum noch weiter zu steigern, wäre da nicht die leidige Frage der Unternehmensbewertung der potenziellen Kaufkandidaten.

Ich weiß dabei oft nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Hier eine Auswahl der irrigsten Annahmen der Firmeninhaber ... ich versichere, all diese Sätze schon in jeweils mindestens fünf Sprachen gehört zu haben:

- "Meine Firma macht 15% Marge in der Distribution, und das wird immer so bleiben. Nein, es gibt keinen Trend zu sinkenden Margen, das ist in meinem Land XXX ganz anders als sonst überall."
- "Es ist doch egal, was die Firma wert ist! Der Kaufpreis muss so hoch sein, dass ich bequem in Rente gehen kann."
- Die Steigerung: Gibt es mehrere Eigentümer, dann muss auch der Kaufpreis höher sein, denn es wollen ja alle bequem in Rente gehen.
- "Nein, Garantien für Außenstände oder den Lagerwert kann ich natürlich nicht geben, gehen Sie mal davon aus, dass das alles 100% werthaltig ist."
- "Eigentlich hätte die Firma viel mehr verdient, aber ich habe mir so ein hohes Gehalt gezahlt" (weil natürlich die Firma nach der Übernahme keine Geschäftsleitung mehr braucht)
- "Wir machen nur Verluste, weil wir Steuern sparen wollen."

Nicht mal mehr unsere amerikanischen Mitbewerber fallen auf so etwas herein :)

Dabei muss in den meisten Fällen nur mal ein Hersteller die Entscheidung treffen, den Vertrag mit dem Distributor zu kündigen, und schon ist der Unternehmenswert plötzlich bei null oder darunter.

Liebe Leute, wir leben im Jahr 2012, es gab eine Finanzkrise, Übernahmen müssen immer cash-positiv sein. Das geht, und kann auch gut für beide Seiten sein. Aber ohne eine etwas realistische Sicht auf die Dinge klappt es eben nicht. Schließlich kann man Eigenkapital nicht backen.

Wie auch immer, ich werde unermüdlich weiter verhandeln (ich werde ja immerhin dafür bezahlt), und hin und wieder auch eine kreative Lösung finden. Aber im Zweifel wachsen wir dann doch lieber organisch als mit viel Geld den Ruhestand anderer zu bezahlen.
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 Firma Rast und Ruh: Morgens geschlossen, mittags zu ;)
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
01.10.2012
Ich musste eben doch etwas schmunzeln als mich eine Massen-Mail eines Wettbewerbers erreicht hat. "Wegen Inventur kann für zwei Tage keine Ware verschickt werden." Wohlgemerkt, es ist ein Distributor. Kein Hersteller, der lange planen kann.

Und das Lager ist auch nicht am 31.12. geschlossen, sondern zwei Tage im Quartal vier, dem umsatzstärksten Quartal unserer Branche. Und dazu kommt noch, dass diese Firma ebenfalls davon lebt, unter anderem Geräte zu vertreiben, die genau diesen Inventurvorgang vereinfachen sollten. So gesehen ist das doch etwas peinlich.

In der Distribution ist eine schnelle Logistik die Nummer-Eins-Priorität. Deswegen gibt es die "permanente Inventur", oder man macht das mal an einem Wochenende. Aber was soll ich mich aufregen, natürlich wird unser Vertrieb sich an diesen Tagen auf die Kunden dieses Wettbewerbers stürzen...
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 Schreck und Überraschung am Morgen
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
14.09.2012
Wo wir doch ständig unsere kreative und flexible Logistik bewerben, hier mal ein Beispiel aus dem Alltag, das selbst mich heute Morgen "umgehauen" hat:

Wir fahren jede Nacht mit eigenen Kleinlastern zum DPD-Depot nach Linz in Österreich, um dort vor 24 Uhr die Pakete für die Alpenrepublik abzugeben. Nur durch diesen Kraftakt (1100 Kilometer jede Nacht) können wir gewährleisten, dass unsere Pakete in Österreich am nächsten Tag zugestellt werden.
Gestern Nacht wurde ein Fahrzeug von uns, schuldlos, in einen Auffahrunfall verwickelt. Zum Glück ist unser Fahrer bis auf Prellungen unversehrt geblieben. Der Unfall passierte kurz vor 23 Uhr, eine Stunde vom DPD-Hub entfernt. Statt sicherheitshalber ins Krankenhaus zu fahren, hat unser Fahrer den Wagen erst einmal eine Stunde lang zu DPD abschleppen lassen. Erst nachdem dort die Pakete pünktlich ausgeladen waren, hat er sich zum Check ins Krankenhaus bringen lassen. Und die Pakete sind heute pünktlich beim Kunden, Mission erfüllt. Unglaublich.

Natürlich ist es völlig richtig, dass solche "Heldentaten" eigentlich unverantwortlich sind und die Gesundheit über allem steht. Hätte man etwa eine schlimmere Verletzung festgestellt, könnten wir uns heute sicher nicht darüber freuen. Dennoch hat mich der Einsatz begeistert, mit dem mitten in der Nacht solche Dinge koordiniert und entschieden werden. Sonderlob!
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 Jarltech Bierfest in Shenzhen-Shekou
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
06.08.2012
Paulaner Bier wird schon lange auch in China gebraut. Bierkenner sagen aber, es schmecke anders als das Paulaner Bier in Deutschland. Da ich kein Bierkenner bin, muss ich mich darauf verlassen und auf importiertem Paulaner bestehen.

Denn noch an diesem Freitag, dem 10. August, steigt das erste Jarltech Bierfest in China. In Shenzhen-Shekou haben wir ein schönes Bierhaus gefunden, unterstützt von Paulaner und von einem deutschen Wirt betrieben.

Zu diesem Fest haben wir in bayrischem Design 120 Kunden eingeladen - und 120 Zusagen erhalten. Wohlgemerkt: Die Kunden kommen nicht gerade eben aus der Nähe, sondern alle unsere zehn Büros in China haben ihre wichtigsten Abnehmer eingeladen. Mit dabei sind 60 Top-Kunden, mit denen wir danach das Wochenende auf Hainan Island verbringen. Für diese Kunden bedeutet das Bierfest noch mehr Reisestress als sie sowieso schon haben.

Wenn wir uns Gedanken über Events im Ausland machen, versuchen wir immer, dies so lokal zu tun wie es eben geht, als wären wir eine einheimische Firma im jeweiligen Land. Auch in China hatten wir diesen Ansatz ganz zu Beginn, hätten dabei aber fast eine wesentliche Stärke verspielt. Denn die deutschen beziehungsweise europäischen Wurzeln kommen dort gut an.

Das Bierfest ist auch die Release-Party für unseren ersten chinesischen Katalog. Kurzerhand haben wir unser asiatisches Katalog-Girl wieder vom Cover genommen und dem blonden Model aus Europa den Vorzug gegeben. Die einhellige Meinung unserer chinesischen Marketing-Mitarbeiter war: Gut so! Jetzt müssen wir unseren Kunden in China nur noch beibringen, Bier zu trinken :)

Und vielleicht sollte ich für Freitag dann doch noch die Lederhose raussuchen ...
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 Quartalsende-Panik
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
28.06.2012
Meine zehn liebsten Herstellersprüche am Quartalsende:

1) Wir üben normalerweise ja schon seit Jahren keinen Lagerdruck auf die Distribution am Quartalsende aus. Dieses Mal ist es eine ganz besondere Situation.

2) Herr Spranger, natürlich erhält dieses Angebot kein anderer Distributor!

3) Sie können ganz klar davon ausgehen, dass wir den zusätzlichen Umsatz jetzt von Ihrem nächsten Quartalsziel abziehen

4) Aber wenn Sie doch jetzt die 100 Paletten Ware nehmen, dann haben wir nichts mehr und Sie können als einziger liefern!

5) Von einem Distributor erwarten wir ganz einfach, dass er auch mal Ware für sieben oder acht Monate auf Lager legt.

6) Wir werden Sie doch nicht mit überschüssiger Ware alleine lassen!

7) Sie müssen diese drei LKW-Ladungen jetzt abnehmen, weil wir wollen ja im nächsten Quartal ganz viele unserer kleinen Direktpartner über Sie abwickeln.

8) Dieser Großauftrag ist ganz wichtig für Ihre Reputation in unserem Headquarter in den USA/Japan/...

9) Wenn Sie noch eine weitere Halle anmieten müssen, na klar übernehmen wir die Lagerkosten.

10) Wir hatten in diesem Quartal eine Umstrukturierung und deshalb dürfen wir besonders in diesem Quartal nicht daneben liegen.


Und ja, unsere Hallen platzen aus den Nähten, und ja, wir freuen uns ja über die schönen Produkte, aber mal ganz ehrlich, wo ist denn mal ein Manager, der das Rückgrat hat, seinem Chef oder der Börse offen und ehrlich zu erklären, dass der Markt so ist wie er ist und jedes vorgezogene Quartalsgeschäft nur zu Preis- und Margenerosion führt. Und wo ist endlich mal der Aktionär, der sich anschaut, was für Ware noch kurz vor Schluss in den Channel gedrückt wurde - denn derart verfälschte Zahlen eignen sich zur Unternehmessteuerung und -bewertung eben einfach nicht.

Aber was rede ich, bei uns ist es dann am 31.12. wieder genauso unsinnig umgekehrt, weil wir so wenig Bestand wie möglich brauchen wegen Basel II. Auch diese Kennziffer hat keinerlei Aussagekraft für den Wert des Unternehmens, aber was soll ich gegen Windmühlen kämpfen :)

Genug gejammert, jetzt gilt es Platz schaffen, Montag kommen dann die Lieferungen vom 29.6. bei uns an. Und einige Hersteller, die zur Beantwortung einer einfachen Lieferzeitanfrage drei Wochen Zeit brauchen, können plötzlich sogar samstags Paletten verschicken :)
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 Love China!
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
22.06.2012
Seit zwei Stunden sitze ich im Auto, auf Hainan Island, auf der Strecke von Sanya nach Haikou. Wir hatten in Sanya ein erfolgreiches "Mobility Weekend" zusammen mit Honeywell und Elo, aber die Rückreise gestaltet sich schwierig.

Leider kam ein Taifun dazwischen, der schon das ganze Wochenende seine Vorboten geschickt hatte. Es hat am ganzen Wochenende nur einmal geregnet, es fing Freitagabend an und hörte Montagmittag auf.

Bernd, der mit der Hauptreisegruppe zurück nach Shenzhen geflogen ist, hat die Nacht am Flughafen verbracht und konnte auch mit ansehen, wie die Fluggäste sich solidarisiert und den Check-In-Mitarbeitern auf die Nase gehauen haben, bis diese sich für das schlechte Wetter entschuldigt haben. Danach wurde auch eine First-Class-Lounge gestürmt. Hilft aber nichts: Wenn kein Flugzeug wegen des Wetters ankommt, kann auch kein Flugzeug abfliegen.

Also ist die ganze Truppe schlaflos per Zug nach Haikou gefahren. Der Flughafen dort ist auch geschlossen, aber nicht ganz so sehr wie der in Sanya. Statt Sonntagnachmittag kamen unsere Mitarbeiter dann letztendlich Montagabend wieder zu Hause an.

Da ich nicht nach Shenzhen muss, sondern nach Shanghai, fahre ich erst jetzt durch die Waschküche. Alle paar Minuten kommen Anrufe, welcher Flug nun gestrichen ist und welcher nicht. In China gibt man ungern Misserfolge zu, und so sieht auf den offiziellen Airport-Webseiten alles so aus wie "business as usual". Sanya alleine hat 75 Flüge gestrichen, die aber laut Webseite alle pünktlich waren.

Anders ist nun eben die wirkliche Lage. Mein Fahrer fährt mich und meine Rotweinflasche stundenlang durch die Nacht, um mich vom geschlossenen Flughafen Sanya zum gerade wieder geöffneten Flughafen Haikou zu bringen. Dann kommt ein Anruf, dass mein Flug auch gestrichen ist, aber der Flug eine Stunde vorher noch fliegen soll. Ich bitte den Fahrer, mehr Gas zu geben, aber: abruptes Bremsen - und der Fahrer steigt aus. Ich dachte schon, ich hätte ihn zu sehr angetrieben und er schmeißt mich nervige Langnase jetzt im Taifun raus.

Aber: "Sorry, Sir, I can bring you to Haikou on time, but I have to cover the license plates" - und vorne und hinten werden einfach Schutzhüllen auf die Nummernschilder gezogen. Und schon kann man in China 200 km/h fahren. Klasse! Soll mal einer sagen, es gäbe keine kreativen Lösungen in China.

Soweit ich das bei dem Regen noch registrieren konnte, sind wir etwa acht Mal geblitzt worden, und wir fahren schon seit zwei Stunden mit Warnblinker. Allerdings hat Hainan nagelneue Autobahnen, so dass ich gemütlich den Laptop nutzen und dabei Wein trinken kann. Love China!

Die wichtigste Erkenntnis über das Unwetter kam von meinem Mentor Y.S. Chang, der vollkommen relaxed mit mir in einer Teehütte saß, als rundherum der Regen wie aus Gießkannen das Gelände überschwemmte: "Rain is good. Rain means money." Nun denn.

Fotos von unserem Sanya-Trip: www.facebook.com/jarltech
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 Logistik an Feiertagen
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
05.06.2012
Wir machen 40% unseres Geschäfts in Deutschland. An einem Feiertag sollen wir aber plötzlich Kunden in Frankreich oder England nicht mehr weiterhelfen? Warum soll ein Kunde in Belgien einen Tag länger auf sein Paket warten? In der Regel weiß der Kunde gar nicht, dass unser Lager in Deutschland ist.

Noch schlimmer ist ein Feiertag, der nicht einmal in ganz Deutschland begangen wird, so wie dieser Donnerstag. Hessen hat geschlossen, und so natürlich auch die Paketdienste in Hessen. Sollen wir dann einen Kunden in Hannover, der am Freitag Ware braucht, der Konkurrenz überlassen?
Damit ist jetzt Schluss.

Wenn wir einem Kunden in Luxemburg oder in Polen sagen: Jarltech liefert alles am selben Tag aus, dann müssen wir das auch machen. Ab sofort hat unser Lager an Feiertagen mit einer kleineren Mannschaft geöffnet und unsere Sprinter-Flotte (LKWs dürfen ja nicht fahren an Feiertagen!) liefert die Pakete einfach an Hubs der Paketdienste im Ausland. Nach Frankreich und Österreich fahren wir ohnehin schon täglich mit eigenen Fahrzeugen.

Unsere Technikabteilung hat an solchen Tagen schon immer eine Notbesetzung in den entsprechenden Sprachen der Länder, die nicht geschlossen haben, und unser Vertrieb ist ebenfalls in den geöffneten Gebieten im Einsatz.
Das alles kostet jede Menge Geld, und es ist an der Zeit, die Feiertage zu vereinheitlichen. Warum gibt es nicht ein paar generelle Feiertage in Europa, auf die sich (fast) alle einigen können, wie zum Beispiel Weihnachten? Wenn dann die sechs anderen Feiertage abgeschafft würden und per Gesetz bekäme dafür jeder Angestellte sechs Urlaubstage mehr aufgeschlagen ... schon hätten wir ein besseres Ergebnis und mit Sicherheit eine Steigerung der Wirtschaftsleistung.

Peinlich könnte es eventuell für die Kirche werden, wenn kaum jemand an Fronleichnam oder am Ostermontag einen freien Tag nehmen möchte, aber die Kirche wird das sicherlich überleben. Im Zuge der Globalisierung fällt es zunehmend schwer, sich ständig mit nationalen Sonderregelungen herumschlagen zu müssen.
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 Jarltech wächst in Frankreich
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
10.05.2012
Der französische Auto-ID-Distributor Accuscan hat sich der SMB Gruppe angeschlossen und ändert im Zuge dessen seinen Namen in Jarltech France. Die SMB Gruppe ist die Muttergesellschaft von Jarltech Europe, Jarltech UK, Jarltech Southwest, Jarltech Austria und Jarltech China.

Die Transaktion wird noch im Mai 2012 abgeschlossen. Accuscan verfolgt in Frankreich derzeit ein klar definiertes Channel-orientiertes Distributionsmodell für Auto-ID-Händler. Das Unternehmen hat seinen Sitz in der Nähe von Paris und beschäftigt sechs Mitarbeiter. Der geplante Umsatz für 2012 beträgt 7,5 Millionen Euro.

Die Jarltech Europe ist bereits erfolgreich in Frankreich tätig und wird einen Teil ihres aktuellen Geschäftsvolumens an Accuscan abgeben, was die Zahlen für Accuscan 2012 im Vergleich zu den geplanten Zahlen mehr als verdoppeln wird.

"Mit Jarltech wird das Geschäft, das wir während der letzten Jahre aufgebaut haben, weiter wachsen und wird unseren geschätzten Kunden viele weitere Services bieten. Mit der Größe kommen auch verbesserte Produktverfügbarkeit und schnellerer Service", sagt Jean-Luc Crozet, Geschäftsführer von Accuscan, während Ulrich Spranger, Geschäftsführer von Jarltech Europe, konstatiert: "Ich bin sehr beeindruckt vom Accuscan Team und ich bin auch sehr froh darüber, noch mehr Auto-ID-Experten in der Jarltech Familie begrüßen zu dürfen."

Zwischen beiden Parteien wurde vereinbart, die Details der Transaktion nicht zu veröffentlichen.

Die SMB Gruppe besteht aus verschiedenen Distributionsunternehmen für Auto-ID- und Kassenhardware an 25 verschiedenen Standorten in Europa, im Mittleren Osten und in China. Sie beschäftigt 175 Mitarbeiter und plant 2012 einen Jahresumsatz von 155 Millionen USD, nachdem sie 2011 106 Millionen USD erreicht hat. Die wichtigsten angebotenen Marken sind Zebra, Epson, Honeywell, Datalogic, Elo TouchSystems, Citizen, Getac, HP PoS, NCR und Panasonic.
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 Warum Asien?
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
27.04.2012
In den letzten Tagen wurde ich ständig gefragt: Warum expandiert Jarltech nach China, Hong Kong und Taiwan? Nach Europa und dem Mittleren Osten, wäre da nicht Amerika an der Reihe? Was ist mit den USA, wo die ganze liebe Konkurrenz ihren Hauptsitz hat?

Ganz einfach: Wir trauen uns nicht. Eine Expansion in China ist für uns einfacher zu beherrschen als in den USA. In China und Taiwan haben wir schon Mitarbeiter, wir haben dort schon über 20 Jahre lang erfolgreich Geschäfte gemacht, wir haben ein Netzwerk.

Und als Distributor brauchen wir die Unterstützung unserer Hersteller. Und die Hersteller in den USA machen mir teilweise Angst. Manche amerikanischen Konkurrenten machen in Europa eine Zentrale auf, ohne Geschäft. Dann werden bei namhaften Konzernen Vertriebsrechte eingefordert: "Wir sind doch die Nr. 1/2/3 in den USA, gebt uns einen Distributionsvertrag in Europa, oder wir überlegen uns das in den USA nochmal anders" - und einige Hersteller sind doch wirklich darauf eingegangen. Wir bekamen damals Anrufe wie: "Sorry, die ganze Europa-Zentrale hat versucht, das zu verhindern, aber unsere amerikanischen Kollegen sind offenbar erpressbar." Und genau in so einen Markt will ich nicht, zumindest jetzt noch nicht. Wir würden niemals einen Hersteller unter Druck setzen, um in Nordamerika Vertriebsrechte zu bekommen. Und wir hätten auch keinen Erfolg, denn der Markt in den USA ist nun mal größer als in Europa.

Also gehen wir lieber in den Mittleren Osten und nach China, um unseren Herstellern mehr Präsenz zu bieten. Dort fehlt noch der Zugang zur Fläche. US-Distributoren mögen diese Regionen nicht, und die Kunden in diesen Regionen mögen amerikanische Distributoren oft nicht. Wir müssen erst Größe über diesen Umweg gewinnen. Erst dann können wir in die USA, wo es weniger um Konzepte, sondern mehr um Umsätze für die Quartalsmeldung an die Börse geht. Unfassbar, dass Kollegen von amerikanischen Distributoren mir gegenüber offen sagen, dass "Value Add" nur "Bullshit" ist - Hauptsache der Einkauf am Quartalsende stimmt. Den Nutzen für den Kunden gibt es nur als PowerPoint-Traumansicht.
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 Verhandeln in China
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
24.04.2012
Die Pressemitteilung haben Sie sicher schon gelesen: Wir haben "Barcode World" übernommen,
einen AIDC-Distributor in China mit zehn Standorten, 42 Mitarbeitern und den Schwerpunkten Honeywell und TSC.

Ich kann Ihnen sagen, das war keine leichte Entscheidung. Und auch keine leichten Verhandlungen. Barcode World ist eine tolle Firma, aber wie immer in China, eben nicht nur ein reiner Distributor. Dieselben Leute stellen auch selbst Scanner unter eigenem Markennamen her. Für eine Firma wie zum Beispiel Honeywell ist es sicher nicht einfach, einen Hersteller von Konkurrenzprodukten als Distributor zu betreuen. Dazu gehört ja auch das gemeinsame Arbeiten an Projekten. Somit ein Weinzwang für alle: Die Ex-Eigentümer konzentrieren sich auf Ihre Produktion, die Hersteller bekommen einen reinen Distributor als Kunden und Jarltech ist mit einem Schlag quer durch China vertreten.

Die ganze Vorgeschichte hat sich über Jahre gezogen. Ich kenne die Firma schon seit Ewigkeiten, und immer wieder haben wir über eine Übernahme gesprochen. Dann erst, vor etwa vier Wochen, wurden die Gespräche "heiß" und seitdem wurde rund um die Uhr per E-Mail und bei etlichen Treffen geredet. Chinesen sind tolle Kaufleute. In meinen über 20 Jahren China-Erfahrung mit weit über 200 Besuchen in China kann ich das behaupten. Am besten arbeitet man zusammen ohne Verträge, denn ein Handschlag zählt. Banken, Handelsgerichte und Hersteller wollen aber etwas Schriftliches, also wird es eben gemacht. Und dann wird auch um jeden Cent, jeden Zins und jede Zeile gerungen. Nicht weil die Chinesen das brauchen, sondern weil sie glauben, die Deutschen sind pedantisch und es muss alles kleinlichst geregelt sein. Gerungen wird rund um die Uhr. Ob es nun vier Uhr morgens ist in China oder in Deutschland, alle haben unter Hochdruck gearbeitet, inklusive der Anwälte auf beiden Seiten.

Das schöne aber ist: wir sind uns einig, von Anfang an. Der ganze Riesenstapel Papier mit seinen über 200 Unterschriften verschwindet in der Schublade, und es gilt wieder der Handschlag vom ersten Tag. Noch nie ist es mir in China passiert, dass jemand nach zwei Jahren einen Vertrag heraussucht und auf einer bestimmten Klausel besteht, das ist eher amerikanischer Stil. Ohne dass beide Seiten profitieren, funktioniert es eben nicht.

Ich glaube fest, dass die Chinesen weit kommen mit Ihrer Mentalität. Und ich glaube auch, dass Jarltech weit kommt in China. Gegenseitiger Respekt ist die Grundlage jeden Geschäfts.
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 Jarltech kauft zusätzliches Bürogebäude
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
30.03.2012
Die SMB GmbH, die Muttergesellschaft der Jarltech Europe GmbH, hat für Expansionszwecke von Jarltech ein weiteres Bürogebäude erworben. Das Gebäude bietet etwa 1800 Quadratmeter Geschossfläche. Zusätzlich kauft die SMB noch zwei an das dreistöckige Gebäude angrenzende Grundstücke, auf denen eine große Zahl Parkplätze entstehen. Die zur Verfügung stehende Bürofläche wird damit mehr als verdoppelt.

Durch den Kauf vermeidet Jarltech, weitere Büroflächen auf seinen bestehenden Flächen zu errichten, somit bleibt mehr Platz für eine künftige Erweiterung von Lagerflächen. Der bereits genehmigte Zwischenbau zwischen den beiden existierenden Lagerhallen wird jedoch gebaut. Das neu erworbene Gebäude steht in etwa 200 Meter Entfernung von Jarltech und wurde bis vor kurzem von der Stadt Usingen für städtische Wohnprojekte genutzt. Das Gebäude ist deutlich renovierungsbedürftig, die Arbeiten werden baldmöglichst vorgenommen.
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 Geschäfte in Spanien
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
29.03.2012
Wenn ich morgens die Zeitung aufschlage, ist meist ein neuer Katastrophenbericht über Spanien enthalten: heftige Jugendarbeitslosigkeit, Staat pleite, Konfrontation mit der EU, Banken am Ende.

Ich war dieses Jahr schon ein paar Mal in Spanien, und es sieht dort nicht grau aus. Überall gut gekleidete Menschen (hübscher als in Frankfurt oder London), volle Restaurants, beim Mittagessen überall guter Wein auf dem Tisch. Und zumindest die Menschen, mit denen ich dort meine Termine habe, sind nicht deprimiert, sondern planen die Zukunft, schauen nach vorne, und sind vor allem ambitioniert.

Dazu ein Arbeitsmarkt, auf dem es derzeit schwierig ist, gute Leute zu finden - wie überall auf der Welt. Unsere Umsätze laufen gut, das ist aber kein Maßstab, weil wir noch nicht so lange in Spanien sind. Dazu steigt die Wettbewerbsfähigkeit, schon alleine weil gefühlt doppelt so viele Leute gutes Englisch sprechen wie vor zehn Jahren.

Ich wette, wenn Spanien die Krise überwunden hat, folgt ein ebenso heftiger Aufstieg. Denn die kleinen und mittleren Firmen hatten es schon immer schwer mit den Banken. Da uns der ein oder andere Marktteilnehmer in letzter Zeit seine Firma verkaufen wollte, habe ich die eine oder andere Bilanz gesehen. Keine Bankverbindlichkeiten, denn die Banken haben sich oft schon vor Jahren aus dem Mittelstandsgeschäft verabschiedet. Dafür jede Menge einbehaltene Gewinne. Und eben genau darum kann man einen Umsatzeinbruch auch mal überleben.
Wir halten an unserem Investment in Spanien fest und freuen uns darauf mitzuerleben, wie es dort schnell wieder aufwärts geht.

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 Billigkassen und die Folgen ...
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
19.02.2012
Wenn ich ein neues Kassensystem von einem Hersteller vorgeführt bekomme, weiß ich dank 20 Jahren Erfahrung intuitiv sofort, wie viele Garantierückläufer ich davon bekommen würde. Wenn ich dann auch noch die Fabrik in China, Taiwan oder sonstwo in Asien gesehen habe, wird mein Tipp umso akkurater. Der Markenname des Herstellers beeindruckt mich dabei wenig. Es gibt auch weltweit bekannte Marken, die Kassensysteme mit 30% Rückläufern in den ersten drei Jahren produzieren. Rekordhalter ist ein Fernost-Hersteller mit 230% Quote, also in den ersten drei Jahren kam jedes System im Schnitt mehr als zweimal zurück.

So etwas ist dann eine Katastrophe. Geht es um kleine Endkunden, die nur eine Kasse haben, kann der Händler schnell erklären, dass er einfach nur Pech hat und die Geräte eben dieser Bauart ansonsten "top" laufen. Aber sobald der Abnehmer ein Filialbetrieb ist, dann gute Nacht.

Somit suchen wir unsere Kassensysteme sorgfältig aus. Ob diese nun von HP, NCR oder von Glancetron sind: Wenn unser Produkt-Management nicht überzeugt ist, verkaufen wir das Produkt nicht. Aber immer wieder kommen Country Manager zu mir: "Im Land XX brauchen wir ein System für unter XX Euro, mit X Jahren Garantie, sonst können wir nichts verkaufen." Natürlich kann ich ein Kassensystem irgendwo auf der Welt für 300 Euro kaufen, mit tollen Leistungsdaten und nettem Design. Aber darf ich dann auch in den Katalog schreiben: "Dieses Gerät, das auf den ersten Blick super aussieht, erwerben Sie bei uns mit nur einem Jahr Garantie. Wegen der zu erwartenden Service-Fälle reparieren wir die Geräte nicht selbst, sondern senden diese an den Hersteller in Fernost, bitte rechnen Sie mit vier Monaten Wartezeit. Alternativ bieten wir unseren Vorabtausch-Service mit Garantie-Verlängerung an, für nur 300% Aufpreis"?

Interessant ist auch, dass die meisten Ausfälle in Mitteleuropa passieren. Thermische Überlastung. Im Süden Europas ist jedes Restaurant und jedes Geschäft klimatisiert - in Deutschland oder Holland gibt es aber eben zwei oder drei Tage im Jahr, an denen es mal mehr als 30 Grad warm wird - und die Billigkassen sterben dann oft wie die Fliegen.

Ich verstehe den Wunsch nach einem günstigen Einstiegssystem. Aber genau wie beim Thema Stromverbrauch (siehe mein Blog vom 14.2.2012), ein wenig Respekt für die Folgekosten ist doch bitte angebracht.
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 Kein Publikum für stromsparende Geräte
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
14.02.2012
Es ist ja kein ganz neuer Trend mehr: Hersteller werben mit niedrigem Stromverbrauch für ihre Produkte. In unserem Fall brauchen Drucker angeblich kaum noch Strom, Kassen auch fast nicht mehr, und vor allem verbraucht jedes Gerät deutlich weniger Strom als das des Konkurrenten. Geht es dabei um Umweltschutz? Wohl kaum. In der ADC/POS-Branche brauchen zwar alle Geräte weniger Strom als vor fünf Jahren, seitdem hat sich aber der Einsatz mobiler Geräte sicher vervielfacht. Der Umwelteffekt all der niemals recyclebaren Akkus und Batterien ist kaum abzusehen. Im Kassenbereich benutzen die meisten Drucker sogar noch Thermopapier, eine plattgedrückte Chemie-Bombe.

Logischerweise geht es also bei 'Go Green' in unserem Bereich nicht um den Schutz der Natur oder der Ressourcen, sondern vor allem um das Einsparen von Geld. Auch gut, wenn das wiederum ein Ansatz wäre, um stromsparende Geräte zu verkaufen. Die Hersteller schreiben es sich auf die Fahnen: Kaum ein Drucker/Scanner/Touchscreen, der laut Werbung nicht so viele Euro an Stromkosten spart, dass man sie kaum noch stapeln kann. "Sparen Sie mehr als Sie bezahlen?" wäre der passende Claim dazu.

Die Praxis ist aber: Unsere Händler suchen in der Regel das Gerät mit der Kombination aus dem besten Preis, der besten Leistung und einer belastbaren Qualität. Niemand, und wirklich niemand fragt uns bei Verkaufsgesprächen nach Folgekosten. Und wenn unsere Händler das nicht tun, dann ist dieses Thema offenbar bei den Endkunden einfach nicht wichtig. Schade.
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 Top- und Floptrends von der NRF New York
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
17.01.2012
Ich bin gerade auf dem Rückweg von der NRF Show in New York. Zwei Trends sind im Kassenbereich zu verfolgen. Der eine ist nicht mehr so ganz neu, nämlich, dass Tablet-PCs à la iPad oder Galaxy vermehrt als "Kasse der Zukunft" herhalten müssen. Nun ja, die Lösungen sehen teilweise recht witzig aus, es gibt mehrere Tablet-Cradles auf der Show zu sehen. Aber ob man eine stationäre Kasse unbedingt "gelegentlich" rumtragen muss? Was ist, wenn so ein Ding runterfällt? Dann wurde das Argument genannt: Mit einem iPad oder einem Galaxy kann man im Problemfall ja die Service-Organisationen der Riesenfirmen Apple oder Samsung nutzen. Das überlegt jeder sich doch zweimal, ob er, wenn die Kasse steht, wirklich einen Termin in einem Apple-Store vereinbaren möchte.

Zweitens ist alles "Cloud". In Zukunft hat der Kassierer nur noch Scanner und Drucker. Preise und Artikelbezeichnungen kommen aktuell aus der Cloud, und auch gerechnet wird dort. Also kein PC mehr an der Kasse. Auf den ersten Blick super: 90% Stromersparnis, null PC-Wartung. Auf den zweiten Blick: Was ist, wenn das Internet hängt? In einem Laden mit 20 Kassen kann man vielleicht in sichere Verbindungen investieren und Fallback-Leitungen bei verschiedenen Anbietern haben. Gibt es aber nur eine oder zwei Kassen, dann kostet so was schon mehr als die Kassen. Lösung: Ein Backup-Rechner muss in jeder Filiale die letzten Daten bereithalten. Somit ist der PC noch da, nur steht er vielleicht weiter hinten im Geschäft. Ich sehe da noch nicht den Durchbruch.

Wir wünschen uns alle so sehr neue "Killer-Hardware", die jeder Shop-Besitzer in seinem Laden haben will. Hardware, deren Vorteil man sofort erkennt und die sich so schnell rechnet, dass jeder sofort seine alte Hardware aus dem Fenster wirft. Ich fürchte, auch 2012: Fehlanzeige.
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 Planungshorizonte :)
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
11.01.2012
Ist es verständlich, dass jeder unserer Hersteller - und teilweise auch Großkunden - mit uns zusammen eine "Planung" für das neue Geschäftsjahr vornehmen will? Warum eigentlich? Ich kann mir das nur so als sinnvoll erklären, dass man auf Produzentenseite seine Ressourcen planen muss: die Produktion, eventuell nötiges Kapital, Personal und so weiter. Alles Sachen mit langer Vorlaufzeit.
Witzig ist nur, dass wir bisher noch mit niemandem eine Planung für 2012 fertig haben. Die ersten Termine für Gespräche dazu sind im Januar. Sollte man das Jahr nicht geplant haben, bevor es anfängt? Letztes Jahr war der letzte Hersteller mit der Jahresplanung im April fertig. Wenn Personal- und Produktionsänderungen in der Regel vier bis fünf Monate Vorlauf haben, hätte man es sich gleich sparen können.
Also sind wir doch ehrlich, es läuft so: Niemand will wirklich eine "Planung". Ein Hersteller setzt sich ein Jahresziel für 2012 in der fernen Zentrale. Das wird dann auf die Vertriebsländer heruntergebrochen, und erst wenn es erreicht wird, bekommt die Verkaufsabteilung ihren Bonus. Also muss dann nur irgendwann festgelegt werden, welcher Distributor welche Umsätze reinholen muss. Also keine aktive Planung, sondern Planwirtschaft von oben :)
Das wiederum ist für den Distributor so sinnfrei, dass es uns eigentlich egal sein kann, wann der Plan verkündet wird. Verschieben wir die Termine also am besten in den Dezember, denn dann können wir den Plan so machen, dass wir ihn ziemlich genau erreichen - alle bekommen ihre Boni, und es gibt keine Überraschungen mehr!

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 Bonrollenwerfen
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
22.12.2011
Aus dem Kicker: "Der Werfer der Kassenbonrolle, die Eintracht Frankfurts Kapitän Pirmin Schwegler getroffen hatte, hat sich gemeldet. Ein 20-jähriger Abiturient erschien gemeinsam mit seinem Vater in der Geschäftsstelle des FC St. Pauli und bedauerte den Vorfall. Es habe sich bei dem Wurf um ein Versehen gehandelt."
... und weiter: "Nun hat sich der Werfer der Rolle gemeldet. Der Abiturient hat sich bereits bei Schwegler entschuldigt. Zudem erklärte er im Beisein seines Vaters, dass es sich um ein Versehen, um eine Verkettung unglücklicher Umstände gehandelt habe. Er hätte niemanden verletzen, nicht einmal treffen wollen. Vielmehr hätte sich die Rolle in der Luft aufrollen sollen. Stattdessen wurde sie zu einem Wurfgeschoss."
Dass der Kapitän unseres Lieblingsvereins ausgerechnet von einer Kassenrolle getroffen wird, ist schon schlimm genug. Dass der Treffer dann aber auf einen Produktfehler "... hat sich nicht aufgerollt" geschoben wird, ist nun echt unverfroren. Wer so etwas tut, ist einfach nur dämlich. Und er kann sich jederzeit bei Jarltech im Lager melden, wir hätten da ein paar Eintracht-Fans und, was Kassenrollen betrifft, jede Menge Munition :))

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 Krise in Ägypten ...
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
22.12.2011
Am 1.1.2012 eröffnet auch unser neues Büro in Kairo. Nach den Schulungen in Usingen sollte das lokale Büro in den ersten beiden Wochen von erfahrenen Jarltech Mitarbeitern aus Europa unterstützt werden.

Nun ja, wenn man dieser Tage fernsieht, hat man nicht den Eindruck, dass Kairo gerade ein guter Platz ist, um Mitarbeiter dorthin zu entsenden. Ich war selbst neulich dort und habe mich überhaupt nicht in meiner Arbeit behindert gefühlt. Und unser Country Manager, ein Ägypter, sieht die Lage deutlich entspannter als das europäische TV. Selbst die Manager, die nach Kairo fliegen sollten, haben sich auf die Reise gefreut. Trotzdem: Es geht einfach nicht. Schon alleine, weil die Familien der Mitarbeiter sich durch die Fernsehbilder den ganzen Tag Sorgen machen müssen.

Ich bitte, das nicht als Misstrauen gegenüber Ägypten zu verstehen: Ich sehe dort einen großen Markt für uns, nur deshalb investiert Jarltech dort und bleibt auch dabei. Ich glaube auch, dass Kairo sicher ist für jeden, der die Sprache spricht, die Stadt kennt, dort Freunde hat und Religionen und Bräuche versteht. Eine Tagesreise am Morgen hin, am Abend zurück ist sicher auch kein Problem, aber bei längeren Aufenthalten kann man die Lage als Fremder einfach nicht einschätzen. Wenn dann etwas passiert: Ich möchte nicht schuld daran sein.

(P.S.: Die Schulungen finden jetzt übrigens in Dubai statt.)
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 Weihnachten in Dubai
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
22.12.2011
Immerhin hatten wir nun zum dritten Mal in Folge Schnee bei unserer Weihnachtsfeier im Taunus. Diese größte unserer Weihnachtsfeiern setzt den Schlusspunkt hinter den Weihnachtsfeier-Marathon, der unseren Vertriebsdirektor und mich dieses Jahr nach Madrid, London, Wien und Antwerpen geführt hat. Haufenweise Weihnachtspost, Geschenke verteilen, sichten, Telefonate mit den besten Wünschen zum Fest ... ? all das inmitten der Hetze, weil alles irgendwie noch rausgeschickt werden soll, in Druck muss, buchhalterisch abgegrenzt wird und schon etliche Leute in Urlaub sind. Ich habe auch den Eindruck, dass generell mehr schief läuft an und um Weihnachten.

Zum Glück geht bald mein Flug nach Dubai ? kein Weihnachten, garantiert kein Schnee und weniger Hektik. Nein, ich bin kein Weihnachtshasser, aber wir eröffnen nun mal unsere Regionalniederlassung in Dubai am 1.1., das erfordert jede Menge Vorarbeit und ist dennoch eine willkommene Ausrede, statt des tausendsten Weihnachtskekses mit Weihnachtsliedern lieber bei 28 Grad am schattigen Pool mit Zigarre, Wasserpfeife und gefüllten Weinblättern seinen Geschäften nachzugehen. Anwaltstermine müssen nicht immer in steifen Büros stattfinden und auch Formulare für eine Kontoeröffnung lassen sich beim Abendessen im Freien unterschreiben.

Allen Lesern meines Blogs, egal wie sie Weihnachten feiern: Ein frohes Fest!!
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 Kampf dem Alkohol
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
06.12.2011
RU-21 wurde von russischen Forschern entwickelt, damit russische Agenten im kalten Krieg besser spionieren konnten. Bei der Informationsgewinnung fließen regelmäßig große Mengen Alkohol - und es behält der die Oberhand, der nicht betrunken wird. RU-21 spaltet Alkohol schon im Magen auf, sodass dieser gar nicht erst in den Blutkreislauf gelangt, sondern direkt ausgeschieden wird. Man nimmt zwei Pillen vor Trinkbeginn, dann jede Stunde eine weitere.

Das jedenfalls glaubt unser spanischer Country Manager Javier González und erklärt die Magie von RU-21 nochmals packend auf einem Video auf unserer Seite
www.facebook.com/jarltech.

Viel Spaß!
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 Glückwunsch an die Deutsche Factoring Bank aus Bremen ...
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
22.11.2011
... für die erste Weihnachtskarte 2011! Normalerweise kommen die allerersten Weihnachtskarten immer aus Asien von Firmen, die nicht so genau wissen, was beziehungsweise wann Weihnachten genau ist. Aber für eine deutsche Firma ist der 22.11. als Ankunftsdatum schon echt sportlich :)
Auf jeden Fall, auf diesem Wege gleichfalls Merry Christmas zurück nach Bremen! Unsere Karte kommt dann etwas später ...

Als kleine Anregung: Karten, die nicht einfach solo per Post kommen, sondern an großen, aufwändigen, teuren Geschenken hängen, erreichen bei uns die meiste Aufmerksamkeit :)

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 Qualitätsumfragen-Terror
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
08.11.2011
Ist es in der letzten Zeit mehr geworden? Ständig erreichen mich E-Mails von Hotels, Fluggesellschaften und so weiter mit Fragebögen über ihren Service. Banken, Autohäuser und Leasingfirmen beauftragen irgendwelche Callcenter damit, mich anzurufen, dass ich meinen Senf zur Leistung ihrer Auftraggeber abgebe. Alle Umfragen haben gemeinsam, dass Sie mit der letzten Frage enden „wie wahrscheinlich ist es, dass Sie XXX ihren Bekannten/Partnern/Freunden weiterempfehlen?“.

Gestern Abend kam eine Umfrage vom Marina Bay Sands Hotel in Singapur – „ein paar Minuten Ihrer Zeit, damit wir uns verbessern können“. Da das Spiel Eintracht Frankfurt gegen Aue im Fernsehen nicht zu ertragen war, habe ich angefangen, dabei den Fragebogen auszufüllen. Irgendwann habe ich dann angefangen zu lachen, als ich nach zwanzig Minuten immer noch nicht fertig war ... es waren 60 (!) Fragen. Unglaublich, wer hat für so was Zeit? Noch besser, es war mittlerweile das Führungstor der Eintracht in der 86. Minute gefallen, als dann beim Abschicken der Satz kam: „Sie haben nicht alle notwendigen Felder ausgefüllt“. Das kann nicht wahr sein. Das Hotel hat etwa 15 Restaurants, leider habe ich es an einem Tag nicht geschafft, alle auszuprobieren. Muss ich also bei den 13 Restaurants, in denen ich nicht war, aber zu denen es jeweils zehn Fragen gibt, insgesamt 130 Mail auf „not applicable“ klicken? Ich kann mir vorstellen, dass das Management vom Marina Bay Sands ziemlich enttäuscht darüber ist, dass vermutlich noch niemand den Fragebogen zurückgeschickt hat. Man muss sich dort reichlich ignoriert vorkommen ... ich darf mir das jetzt bloß nicht bildlich vorstellen, wie die Marketingabteilung dort sitzt und auf Antworten wartet :)

Manche Frage versteht man ja noch, zum Beispiel ob das Essen schmeckt und einem die Einrichtung gefällt. Das ist Gefühlssache. Aber wenn ich als Manager meine Gäste fragen muss, ob meine Zimmer und meine Restaurants sauber sind, dann kann ich stattdessen ja einfach mal nach oben gehen und mir zehn Zimmer anschauen, anstatt meine Gäste mit überflüssigen Fragen zu bombardieren.

Bei Fluggesellschaften bin ich jetzt maximal höflich: Ich lehne die Fragebögen nicht mehr ab, sondern stecke sie einfach nur unausgefüllt in den Umschlag. So spare ich mir das „Nein“ zum freundlichen Flugbegleiter. Seit 15 Jahren beantworte ich nämlich Lufthansa-Fragebögen, ohne dass sich je etwas geändert hätte. Und Cathay Pacific will sogar wissen, wie man die Arrival Lounge findet, obwohl der Bogen doch vor der Landung eingesammelt wird. So ein Käse. Jedes Mal wenn ich „wir haben Sie für unsere Umfrage ausgesucht“ höre, frage ich mich, ob ich eigentlich so gelangweilt und unterbeschäftigt aussehe. Oder ob ich so aussehe, als ob ich schon so viel Airline Food gegessen hätte, dass ich es sicher ganz besonders gut beurteilen kann.

Unsere letzte Umfrage haben wir vor etwa zehn Jahren gemacht – und auch damals schon den Kunden zumindest ein Dankeschön für Ihre Meinung angeboten. Wir können schließlich nicht Werbung damit machen, besonders schnell und effizient zu sein, wenn wir jeden Kunden nach einem hocheffizienten und schnellen Einkauf bitten, doch einfach mal drei Stunden lang Fragen zu beantworten.

Apropos Dankeschön für Fragebögen: Emirates sagte neulich zumindest zur mir: „Sie dürfen den Kugelschreiber auch behalten“. Danke, endlich, mein erster Kugelschreiber.

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 Q3 vorbei ...
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
27.10.2011
Alle "Jarltechs" (Europe, UK, Austria) haben im Q3 zusammen 62,3 Mio Euro umgesetzt (ca. 87 Mio US-Dollar), das entspricht einem Wachstum von etwa 28% gegenüber dem Vorjahr. Es sieht so aus, als würden wir unsere Planungen in diesem Jahr ebenfalls wieder übertreffen.
Die Quartalsnachrichten sind auch bei unseren wesentlichen Hersteller-Partnern durch die Bank weg positiv. Es macht den Eindruck, als ob unsere Branche weiter deutlich stärker zulegt als die allgemeine Wirtschaft. Das ist erfreulich, und wir reagieren darauf weiter mit Einstellungen von Mitarbeitern in allen Bereichen, wobei der Arbeitsmarkt derzeit ja leider sehr eng ist und Fachkräfte kaum zu bekommen sind.
(Disclaimer: Alle Zahlen sind vorläufig)
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 Gute Nacht!
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
12.10.2011
Schlafen kann ich gut ... aber nicht, wenn die Firma geöffnet hat. Ich bin diese Woche von Frankfurt nach Dubai geflogen (Gitex Show), von dort nach Las Vegas (Zebra Konferenz), von da weiter nach Wuhan (Scan-Tech China) und über Singapur zurück nach Frankfurt - und dann nach Hannover - die Heimat der besten Ehefrau von allen - haha, meine Frau liest meinen Blog ohnehin nicht:) - zu einem Kunden. Ich schlafe gut in Hotels und in Flugzeugen. Aber was tun, wenn um Mitternacht oder um Eins die Convention vorbei ist und in Deutschland ist es genau neun Uhr früh? Da hilft kein Schlafmittel. Ich will wissen, was in der Firma passiert. Laptop im Bett, und mehr als eine Stunde "Augen zu" ist nicht drin. Dabei will niemand was von mir. Es kommen zwar laufend E-Mails, aber nichts ist dringend. Es ruft auch niemand an. Es ist einfach nur eine verdammte Krankheit, die einen wach liegen lässt. Haben diesen Virus alle Unternehmer oder nur ich?
In Asien passt die Zeitverschiebung wenigstens: Man kann morgens lange schlafen, und nach dem Abendessen macht auch in Europa die Firma zu. Und nach dem dritten Glas Wein am Abend ist sowieso keine E-Mail mehr schlimm. Und in Asien stört sich niemand daran, wenn im feinen Restaurant das Handy auf dem Tisch liegt.
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 Two And A Half Men
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
12.10.2011
Der Hauptvorteil von Amerika ist zur Zeit, dass dort schon die neunte Staffel von "Two And A Half Men" ausgestrahlt wird. Ashton Kutcher ersetzt Charlie Sheen einwandfrei. Der ein oder andere Manager von Zebra hat bei der Zebra-Convention in Las Vegas zwar komisch geguckt als ich um 21:00 dringend das abendliche "Networking Event" verlassen musste um CBS einzuschalten, aber was sein muss, muss sein!
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 American Look
Ulrich Spranger
Ulrich Spranger
12.10.2011
Anders als meine Frau verspüre ich nur selten den plötzlichen Drang zum Shopping. Nur in den USA passiert es mir immer wieder, dass ich mir dringend elegante Kleidung kaufen will. Und zwar nur deshalb, um mich positiv abzuheben, eine Gegenreaktion auf das, was man dort zu sehen bekommt.
Ich komme gerade von der Global Partner Convention von Zebra aus Las Vegas. Die Business Leute dort sind elegant gekleidet, die Hotels und Restaurants auf Top Standard. Aber wie die Touristen da rumlaufen! Jogging-Schuhe mit dicken Sohlen, und 50% des Volks im Trainingsanzug?
Ich habe eben auf dem United-Flug von Vegas nach San Francisco mal durchgezählt: 150 Passagiere, davon 82 im Trainingsanzug, über 120 mit Sportschuhen, und 35 Leute mit Polohemd mit Firmenaufdruck. Nur noch zu unterbieten von den Uniformen der Flugbegleiter, die allesamt drei Nummern zu groß sind und fettig glänzen.
Wenn ich keine Besucher erwarte, gehe ich auch mit Jeans und Hemd ins Büro. Aber so? Wo kommen denn all die US-Models und -Designer her, die man immer im Fernsehen sieht?
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